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Ablösung von Polizeischul-Chef: Scharfe Kritik an Studt

Eutin Ablösung von Polizeischul-Chef: Scharfe Kritik an Studt

Die überraschende Ablösung von Jürgen Funk als Chef der Polizeischule in Eutin schlägt gewaltige Wellen: Die Opposition im Landtag attackiert Innenminister Stefan Studt (SPD) ungewohnt scharf.

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Die Opposition im Landtag attackiert Innenminister Stefan Studt (SPD) ungewohnt scharf.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. CDU-Innenpolitiker Axel Bernstein spricht von einem „unwürdigen Umgang“ mit dem verdienten Polizeiführer.

„Minister Studt sollte die Polizei und die Öffentlichkeit jetzt nicht auch noch beschwindeln“, sagt der FDP-Innenpolitiker Ekkehard Klug. Der Minister schweigt.

 Am Donnerstagabend hatte das Landespolizeiamt unserer Zeitung bestätigt, dass Funk als Leiter der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung abgelöst und als Behördenleiter nach Ratzeburg wechseln soll. Nicht die sogenannte Whats-App-Affäre um zweifelhafte Chat-Nachrichten von jungen Polizeianwärtern sei der Grund für die Entscheidung, sondern eine „routinemäßige Rotation von Behördenleitern“, so das Landespolizeiamt.

 „Rotieren tut nur der Innenminister – und zwar aus Panik“, sagt Bernstein. Die Begründung der Polizeiführung sei „an den Haaren herbeigezogen“. Nach Ansicht des CDU-Politikers mache Studt „mit dieser Personalie endgültig ein Politikum aus den Vorfällen an der Polizeischule“. Menschlich sei der Vorgang „unwürdig“: Studt und Funk hatten noch am Dienstag gemeinsam den ersten Spatenstich für eine neue Trainingshalle der Polizei gesetzt. „Zwei Tage später lässt er ihn völlig überraschend ablösen“, kritisiert Bernstein. FDP-Innenpolitiker Klug ist überzeugt, Funks Ablösung mit regelmäßiger Rotation zu begründen, werde das Vertrauen der Polizei gegenüber dem Innenminister restlos zerstören. Klug: „Die Polizeibeamten sind es zwar gewohnt, dass ihre Kundschaft ihnen dreist die Unwahrheit auftischt, von Seiten ihres eigenen Dienstherrn ist solch ein Verhalten jedoch absolut untragbar.“

 Innerhalb der Landespolizei stößt die plötzliche Ablösung Funks auf Unverständnis und Empörung. „Wie kein anderer hat er für seine Polizeischule gebrannt – sowas ist menschlich unterste Schublade“, kommentiert ein ranghoher Beamter das Vorgehen seiner Polizeiführung. Der Minister schweigt. Nach Auskunft seines Sprechers befindet sich Studt zurzeit in Berlin. Er verwies auf ein Hintergrundgespräch mit der Presse am kommenden Dienstag.

 Unklar ist, ob und wann Landespolizeidirektor Ralf Höhs und Studt die Öffentlichkeit über den Wechsel an der Spitze der Eutiner Polizeischule informieren wollten. Auf Nachfrage bestätigt ein LPA-Sprecher aber, dass für die umstrittene Personalentscheidung das Innenministerium „im Benehmen mit der Staatskanzlei“ verantwortlich gewesen sei. Die Staatskanzlei von Ministerpräsident Torsten Albig wollte sich nicht zu der Sache äußern.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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Polizeischule Eutin
Foto: Noch am Dienstag zeigte sich Polizeidirektionsleiter Jürgen Funk (2.v.li.) – hier mit Landespolizeidirektor Ralf Höhs (li.), Innenminister Stefan Studt (2.v.re.) und GMSH-Geschäftsführer Frank Eisoldt (re.) – beim symbolischen Spatenstich für die neue Einsatzübungshalle In der Eutiner Polizeischule gut gelaunt.

Paukenschlag bei der Landespolizei: Jürgen Funk, Leiter der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und für die Bereitschaftspolizei (PD AFB) in Eutin, wird überraschend abgelöst.

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