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Habeck sucht Deponien für den Müll

Abriss der Atommeiler Habeck sucht Deponien für den Müll

Der Abbau von Atom-Kraftwerken geht in die konkrete Phase: Abfall mit sogenannter vernachlässigbarer Strahlungsaktivität soll nach dem Willen von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) in Deponien in Schleswig-Holstein entsorgt werden. Eventuell auch in der Gemeinde Achterwehr.

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Auf der Deponie in Schönwohld könnte bald Abfall aus abgerissenen Atomkraftwerken landen.

Quelle: Torsten Müller

Kiel/Achterwehr. Es geht nicht um hochradioaktive Brennstäbe. Beim Abriss kerntechnischer Anlagen wie etwa dem Atomkraftwerk in Brunsbüttel fallen auch große Mengen wenig oder gar nicht belasteter Materialien der Kategorie 3 an. Konkret handelt es sich um gering belasteten Bauschutt, asbesthaltige Abfälle, Mineralwolle oder auch Straßenaufbruch. Für jedes Material, das den Kraftwerksbereich verlässt, muss zunächst der Nachweis erbracht werden, dass es mit zehn oder weniger Mikrosievert strahlt – die Belastung also unterhalb der natürlichen Strahlung liegt.

Das freigegebene Material, das nicht recycelt werden kann, muss deponiert werden. Für die Ablagerung kommen nur Deponien der Klassen 1 und 2 in Frage. Dazu gehören neben der Kieler Deponie in Schönwohld in der Gemeinde Achterwehr auch die in Damsdorf/Tensfeld und Großenaspe (Kreis Segeberg) sowie Johannistal/Gremerdorf (Kreis Ostholstein), Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg), Niemark (Hansestadt Lübeck) und Wiershop (Kreis Herzogtum Lauenburg).

Der Umweltminister hat die betroffenen Kreise und Gemeinden sowie die Deponiebetreiber am Mittwoch, 25. Mai, zu einer Information ins Ministerium eingeladen. Dabei will er frühzeitig seine Strategie zur regionalen Entsorgung der Abfälle aus Kernkraftwerken vorstellen. Habeck verweist darauf, dass sehr strenge Verfahrensregelungen Sicherheit gewährleisten. Zudem müssen die Deponien abfall- und strahlenschutzrechtlich zur Annahme dieser Materialien geeignet sein. Hinsichtlich der Deponien seien noch keine Festlegungen getroffen.

 Die betroffenen Gemeinden reagierten überrascht. Achterwehrs Bürgermeisterin Anne Katrin Kittmann (SPD) erfuhr erst am Mittwoch von dem Gesprächstermin: „Sonst weiß ich nichts“, sagt sie. Sie will zunächst die Information abwarten. Ihre Amtskollegin in der Nachbargemeinde Melsdorf, Anke Szodruch (CDU), reagierte „geschockt“: „Ich bin erstaunt, dass Schönwohld für das Material vorgesehen ist.“ Kurz vorher hatte sie ein Schreiben von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) erhalten, der sich darin dafür entschuldigte, die Nachbargemeinde bisher nicht informiert zu haben. Grund: Erst Ende April habe die Stadt konkrete Mengen und Zeiten erfahren.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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