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Albig warnt vor Anti-Europa-Stimmung

EU Albig warnt vor Anti-Europa-Stimmung

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) fürchtet einen dramatischen Stimmungsumschwung, wenn der Sinn von Milliardenhilfen in der Euro-Krise nicht besser erläutert wird.

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Torsten Albig will den EU-Kurs besser erklären.

Quelle: Christian Charisius/Archiv

Berlin. "Wir müssen trotz des hektischen Treibens viel mehr erklären: warum tun wir etwas und warum ist es sinnvoll", sagte Albig der Deutschen Presse-Agentur. Die SPD habe bei den Sozialreformen der Agenda 2010 die Erfahrung machen müssen, dass sich die Bürger abwenden, wenn politisches Handeln zu wenig erklärt werde.

Der frühere Sprecher des Bundesfinanzministeriums warnte vor einer zunehmend populistischen Stimmung auch in Deutschland. "Wenn wir jetzt Ressentiments wieder aufleben lassen, bin ich mir nicht sicher, wie schnell wieder Gefühle aufkommen können, die sich gegeneinander richten", sagte Albig. "Es wird da der Eindruck erweckt, als würden die verschwenderischen Spanier unseren teuren Euro jetzt in ihren Café Cortado als Zuckerersatz reinstreuseln." Auch die Vorstellung, per Knopfdruck könne die D-Mark zurückgeholt werde, wundere ihn sehr.

Bei der noch im Juli anstehenden Bundestagsentscheidung über Milliardenhilfen für spanische Banken müsse aber genau hingeschaut werden. "Eines muss klar sein: Wenn die Menschen das Gefühl haben, wir kümmern uns vor allem um die Banken, dann haben wir verloren", sagte der Kieler Ministerpräsident, der eine Koalition mit Grünen und Südschleswigschem Wählerverband führt. "Dann dauert es noch ein halbes Jahr, dann haben wir die Leute auf der Straße." Womöglich müsse es schon bald Volksentscheide geben über ein Mehr an Europa, betonte Albig. "Wir müssen Europa den Menschen zurückgeben. Sie müssen erleben, dass es ihr Europa ist, ein gemeinsames Europa."

dpa

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