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Hochschulen erhalten Hilfspaket

Interview mit Kristin Alheit Hochschulen erhalten Hilfspaket

Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) macht den Hochschulen neue Hoffnung. Die akademischen Kaderschmieden, die im Nachtragshaushalt für 2015 nicht berücksichtigt werden, sollen ab 2016 mehr Geld erhalten. Im Interview mit unserer Zeitung kündigte die 47-jährige Juristin weitere Maßnahmen an, um den doppelten Abi-Jahrgang 2016 zu bewältigen.

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Wissenschaftsministerin Kristin Alheit verspricht den Hochschulen mehr Geld.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Frau Alheit, im Nachtragsetat ist kein Nachschlag für Hochschulen vorgesehen. Wie sollen Unis, Fach- und Kunsthochschulen den doppelten Abi-Jahrgang 2016 bewältigen?

Wir sind gerade dabei, mit den Hochschulen ein Hilfspaket für den doppelten Abiturjahrgang 2016 zu schnüren. Teil dieses Pakets ist ein Nachschlag für die Hochschulen. Wir werden die Grundfinanzierung ab 2016 erhöhen.

 

Die Hochschulen fordern, die nach 2020 versprochene Finanzhilfe von insgesamt 30 Millionen Euro pro Jahr vorzuziehen. Ist das machbar?

Die Verhandlungen laufen. Ich erwarte, dass wir uns darauf einigen, die geplante Erhöhung schon in den nächsten Jahren schrittweise nutzbar zu machen. Über die Details eines solchen Stufenmodells wird noch gesprochen. Mein Ziel ist, dieses Modell noch vor den Sommerferien in trockene Tücher zu bekommen. Die Hochschulen bekämen damit schon früh Planungssicherheit für 2016 und die Folgejahre.

Was bringt das?

Eine ganze Menge. Durch das Stufenmodell wissen die Hochschulen, wie viel Geld ihnen zusätzlich etwa für Personal zur Verfügung steht. Sie erhalten damit die Möglichkeit, dem Lehrpersonal unbefristete Stellen anzubieten. Das ist derzeit leider oftmals anders. Die Hochschulen schließen immer neue Zeitverträge ab. Das ist unbefriedigend, vor allem für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das letzte Wort haben aber die Hochschulen. Sie entscheiden, in welchem Ausmaß und in welchen Bereichen sie befristete in unbefristete Stellen umwandeln.

 

Was ist noch drin im Hilfspaket?

Das Kabinett hat gerade beschlossen, dass Hochschulen aus Rücklagen künftig auch Bauprojekte finanzieren können. Damit kommen wir einer Forderung gerade der Fachhochschulen nach. In Planung sind weitere Maßnahmen, um die Herausforderung des doppelten Abi-Jahrgangs zu bewältigen. Das Land wird 2016 mehr Auszubildende einstellen. Mein Haus prüft, ob wir die Zahl der Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr anheben. Das ist aber auch eine finanzielle Frage.

 

Reicht das wirklich, um einen Kollaps der Hochschulen zu verhindern?

Ich bin zuversichtlich. Schleswig-Holstein ist das letzte Bundesland, das einen doppelten Abi-Jahrgang verkraften muss. Für den Anstieg stehen in den nächsten Jahren zusätzlich zu den Grundhaushalten weitere Millionen aus dem Hochschulpakt bereit, das darf man nicht vergessen. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass die Hochschulen die Herausforderung bewältigen und es wie in den anderen Bundesländern keine größeren Probleme geben wird.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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