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Schmidt will längere Lebensarbeitszeit

Altkanzler Schmidt will längere Lebensarbeitszeit

Dass wir bis zum 67. Lebensjahr und in ferner Zukunft auch noch darüber hinaus arbeiten, hält Altkanzler Helmut Schmidt für notwendig. Wichtig sei aber, dass man in seinem Leben mehrfach den Beruf wechsle. Das ist auch das Ergebnis einer aktuellen Studie.

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 „Ich bin im 97. Lebensjahr und ich arbeite immer noch 30 oder 40 Stunden in der Woche“, sagt Altkanzler Helmut Schmidt über sich selbst.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg . Bis 67 und künftig auch darüber hinaus: Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat sich für eine längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen. „Wenn wir den Wohlfahrtsstaat aufrechterhalten wollen, dann müssen wir in Zukunft länger arbeiten“, sagte Schmidt bei der Vorstellung einer Studie am Donnerstag in Hamburg. „Und in fernerer Zukunft müssen wir auch noch länger arbeiten als bis zum 67. Lebensjahr.“

Schmidt nahm sich dafür selbst als Beispiel: „Ich bin im 97. Lebensjahr und ich arbeite immer noch 30 oder 40 Stunden in der Woche.“ Allerdings nicht in dem Beruf, den er eigentlich einmal gelernt habe. Wichtig sei, dass man im Alter die Tätigkeit wechsle - von einer körperlich belastenden Arbeit in der Produktion zum Beispiel an eine Position am Schreibtisch, heißt es in der Studie „Neue Wege bis 67 — gesund und leistungsfähig im Beruf“. Im hohen Alter könne man nicht mehr „dasselbe Dach decken oder denselben Tunnel bauen“, sagte Schmidt.

Praxistipps für Mitarbeiter gibt ein Leitfaden, der aus der Studie hervorgegangen ist. Auch Führungskräften gibt er Empfehlungen, wie sie ihre Mitarbeiter gesund bis zum Rentenalter lotsen können. Der Leitfaden, der sich vor allem auf Arbeiter der Metallbranche konzentriert, wird unter anderem von der Handelskammer Hamburg und der „Zeit“-Stiftung herausgegeben. Für die Studie wurden zwei Metallbetriebe in Hamburg untersucht, die Kupferhütte Aurubis und das Stahlwerk ArcelorMittal. In Zukunft sollen auch Dienstleister untersucht werden, zum Beispiel Pflegeberufe.

Einer der für die aktuellen Studie befragten Mitarbeiter ist Wolfgang Geist. Der 60-Jährige ist vom wechselnden Schichtdienst als Gießer bei ArcelorMittal dauerhaft in die Frühschicht als Schlosser gewechselt. „Meine Kollegen haben gesagt: Du bist bescheuert“, sagte Geist. Mit dem neuen Job verdiene er deutlich weniger Geld. Er schätze aber die Freizeit für Familie und Freunde mehr. „Ich sehe das bei vielen älteren Kollegen, die immer noch im Schichtsystem arbeiten, wie schwer die sich damit tun.“ Er habe mit dem Berufswechsel den richtigen Schritt getan.

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