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Schleswig-Holstein hat Hacker bisher im Griff

Angriffe Schleswig-Holstein hat Hacker bisher im Griff

Die Regierung und der Landtag in Schleswig-Holstein haben keine Angst vor Hackern. „Ich glaube, dass so etwas wie in Berlin in Schleswig-Holstein nicht passieren kann“, betont der Leiter des Zentralen IT-Managements, Sven Thomsen. Seine Zuversicht erklärt der Herr über mehr als 20000 Regierungs- und Landtags-Computer mit einem ausgeklügelten und erfolgreichen Sicherheitssystem.

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Die Regierung und der Landtag in Schleswig-Holstein haben keine Angst vor Hackern.

Quelle: dpa/Maurizio Gambarini

Kiel. „Wir haben durchaus einige Angriffe gehabt, die aber schnell abgewehrt werden konnten.“ Trojaner und Viren seien „Tagesgeschäft“.

„Wir fühlen uns gut geschützt“, bestätigt der Sprecher des Landtags, Tobias Rischer. Bei der Landtagsverwaltung mit ihren 120 Computern habe es in der Vergangenheit kleinere „Störungen“ wie etwa Portscans oder Mailbombing gegeben. „Cyber-Angriffe wie aktuell auf den Bundestag haben wir noch nicht registriert.“ Die Fraktionen mit ebenfalls rund 120 PCs haben unterhalb des Regierungs- und Landtagsschutzschirms eigene Datennetze, die extra geschützt sind - gegen Angriffe von außen ebenso wie gegen Attacken von innen, etwa von der politischen Konkurrenz.

 Die Piraten trauen dem Cyber-Frieden nicht. „Wenn ein Hacker in das Landessystem will, dann kommt er da auch rein“, meint ihr Datenschutzexperte Uli König. Im Internet gebe es die Möglichkeit, „Sicherheitslücken“ für gängige Systeme zu kaufen. Habe man Zugriff etwa auf den „Verzeichnisdienst“, sei das System geknackt. In dem Dienst seien die Benutzer samt Zugriffsberechtigungen und Passwort aufgelistet. „Dann kann man sich selbst Administratorrechte einräumen“, weiß der Informatiker.

 Der Piraten-Politiker empfiehlt Regierung und Landtag, sich von „Windows“ zu verabschieden und stärker auf offene Software wie Linux zu setzen. Außerdem hat er einen ganz praktischen Tipp. Die Putzkolonnen sollten abends im Landeshaus stärker darauf achten, dass nicht zu viele Büros mit Computern offenständen. König geht davon aus, dass es so oder so keine hundertprozentige Sicherheit gibt. Aber: „Das Land ist bei den Hackern bestimmt nicht das Ziel Nummer eins.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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