27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Vattenfall beantragt Brunsbüttel-Verlängerung

Atomkraftwerk Vattenfall beantragt Brunsbüttel-Verlängerung

Vattenfall hat die Atom-Pläne der Landesregierung durchkreuzt. Der Energiekonzern beantragte am Montag überraschend eine Neu-Genehmigung des Castor-Zwischenlagers in Brunsbüttel.

Voriger Artikel
400 Menschen demonstrieren gegen Flüchtlingsunterkunft
Nächster Artikel
Kein Rückstau von Transit-Flüchtlingen in Flensburg

Seit Anfang des Jahres ist klar, dass das Atomkraftwerk Brunsbüttel nicht mehr mit der aktuellen Genehmigung weiterbetrieben werden darf.

Quelle: Oliver Hamel

Kiel. Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hatte dafür geworben, das Zwischenlager aufzugeben und die hochradioaktiven Abfälle aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel in das nahegelegene Zwischenlager des KKW Brokdorf zu bringen.

„Wir wollen beim Standort-Zwischenlager den rechtmäßigen Zustand wiederherstellen“, sagte der Geschäftsführer der Vattenfall-Nuklearsparte, Pieter Wasmuth. Das Lager sei auch für den Rückbau des Reaktors wichtig. Wasmuth stellte zugleich klar, dass der LagerAntrag beim Bundesamt für Strahlenschutz (Salzgitter) sich nur auf Atommüll aus Brunsbüttel bezieht, also nicht auf Castoren aus der Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield. Sie sollten nach Habecks ursprünglichen Plänen teils in Brunsbüttel gelagert werden.

Mit dem Antrag will Vattenfall seine Scharte vor Gericht auswetzen. Das Oberverwaltungs- und dann das Bundesverwaltungsgericht hatten die Betriebsgenehmigung des Lagers kassiert, weil dessen Schutz vor besonderen Bedrohungen (etwa Absturz eines A380) nicht ausreichend nachgewiesen worden war. Das Lager (bisher neun Castoren aus Brunsbüttel) läuft seitdem dank einer Not-Anordnung des Landes weiter, darf den restlichen Atommüll aus dem Reaktor (bis zu zwölf Castoren) aber nicht aufnehmen. Das Problem: Der Abriss des KKWs kann erst beginnen, wenn die letzten Brennelemente aus dem Reaktor geborgen sind. Angesichts dieser Blockadesituation hatte Habeck vorgeschlagen, sämtlichen Atommüll aus Brunsbüttel ebenso in Brokdorf einzulagern wie einige Sellafield-Castoren.

Dieser Plan scheiterte aber offenbar am Betreiber des KKW Brokdorf, dem Energiekonzern Eon. Er hat bisher keine Anträge gestellt, die große Brokdorf-Lösung so auf Eis gelegt. „Diese Entscheidung liegt einzig und allein beim Betreiber“, sagte Habeck. Klar ist, dass die Zeit jetzt drängt: Die Bearbeitung des Vattenfall-Antrags ist aufwändig und die Not-Lizenz für das Lager in Brunsbüttel läuft Anfang 2018 aus.

Die Geschichte der schleswig-holsteinischen Kernkraftwerke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Akw Brunsbüttel
Foto: Das Akw Brunsbüttel ist abgeschaltet. Doch wie geht es weiter?

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel wird wegen des deutschen Atomausstiegs zurückgebaut. So die Theorie. Wie sie umgesetzt werden soll, ist indes ziemlich offen. Der Verbleib des Bauschutts ist ungeklärt, der Zeitplan allenfalls vage. Akw-Gegner stemmen sich sogar gegen einen Abriss.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3