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Punktsieg für Martin Schulz

Auftritt in Kiel Punktsieg für Martin Schulz

Schleswig-Holsteins SPD hat ihren Auftakt zum Bundestagswahlkampf am Donnerstag in Kiel wie eine große Party gefeiert – mit rockig-cooler Band, augenzwinkernden Transparenten („London, New York, Paris, Würselen“), Kieler-Woche-Wetter in Wechsellaune und einem glänzend aufgelegten Spitzenkandidaten.

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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. 1100 Menschen kamen nach Polizeiangaben auf den Asmus-Bremer-Platz, um Martin Schulz zu erleben. Und der redete sich eine Dreiviertelstunde immer stärker in Schwung.

Ja, Deutschland gehe es gut. „Aber Deutschland kann mehr, wenn ein Sozialdemokrat Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ist.“ Schulz forderte eine solidarische Bürgerversicherung statt einer immer krasseren Zwei-Klassen-Medizin. Er forderte gerechte Löhne jenseits von prekären Arbeitsverhältnissen. Würde im Alter mit entsprechenden Rentenanpassungen müsse zur Hauptaufgabe des Staates werden. Auch wandte sich der SPD-Kanzlerkandidat „gegen die Durchökonomisierung“ von sozialen Berufen. „Mann, oh Mann, das müssen wir ändern!“ Ein Mann mit Bart und Glatze, noch dazu Buchhändler und ohne Abitur, habe keine Chance, Regierungschef zu werden? Er werde das Gegenteil beweisen. Als am Rande Vertreter der Protestpartei „Die Partei“ dazwischenriefen, wirkte Schulz so, als habe er darauf nur gewartet. „Habt Ihr Euer Plakat dabei?“ Darauf stehe als Verballhornung seines Namens Chulz. „Das ist der Grund, warum wir die Bildungsreform brauchen“, sagte er. Allgemeine Heiterkeit, Punktsieg.

Das Publikum war in weiten Teilen ein Who’s who der Kieler und schleswig-holsteinischen SPD. Nord-Chef Ralf Stegner rief allen zu, sich von Umfrageergebnissen nicht verdrießen zu lassen. Das Ergebnis entscheide sich stets erst am Ende. „Es heißt nicht Wahlspaziergang. Es heißt Wahlkampf.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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