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Land will Polizisten gegen Terroranschläge wappnen

Ausrüstung Land will Polizisten gegen Terroranschläge wappnen

Schleswig-Holstein stellt sich auf die Abwehr von Terrorakten ein. 14 Millionen Euro stellt die Landesregierung für die bessere Ausrüstung der Polizei bereit. Bis 2021 sollen die 6500 Vollzugsbeamten um 500 Polizisten aufgestockt werden.

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„Die Polizisten brauchen spezielle Westen und Helme, die Wagen Schutzschilde,“ sagt Landespolizeidirektor Ralf Höhs.

Quelle: Ulf Dahl

Altenholz. Das kündigte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auf einer Fortbildung für die Führungskräfte der Landespolizei in Altenholz an. In der nächsten Legislaturperiode werde er außerdem den Überstundenberg bei der Polizei angehen.

 „Die Welt hat sich dramatisch verändert. Es gibt keinen planbaren Polizeialltag mehr“, stellte Ministerpräsident Albig fest. Man habe es mit einem Gegner zu tun, der die Ideologie vorgebe, die Ausführung aber „atomisierten Gefolgsleuten“ überlasse, die potenziell jederzeit an jedem Ort zuschlagen können.

 Die ersten Polizeibeamten, die bei Anschlägen vor Ort seien, seien aber bisher nicht wie etwa die Spezialeinheiten SEK und MEK in Terrorabwehr geschult. Das ändere man: Die Vorbereitung von Polizeibeamten auf lebensbedrohliche Einsätze sind jetzt Teil des Sicherheitskonzepts. „Einsätze unter Lebensgefahr sind selten. Da es kaum Erfahrungswerte und keine geübten Handlungsmuster gibt, ist die heutige Fortbildung so wichtig für unsere Polizei“, sagte Albig vor 300 Führungskräften der Polizei und kündigte eine große Antiterrorübung für April in Kiel an.

 Auch technisch sind die Streifenwagenbesatzungen bisher für solche Einsätze nicht ausreichend ausgerüstet. „Terroristen setzen alle denkbaren Waffen ein – von Messer und Machete bis zu Kriegswaffen wie Schnellfeuergewehre. Deshalb brauchen die Polizisten spezielle Westen und Helme mit Splitterschutz, und die Fahrzeuge müssen mit Schutzschilden ausgestattet werden“, erklärte Landespolizeidirektor Ralf Höhs. „Was die Polizei braucht, schaffen wir an. Wenn eine veränderte Sicherheitslage bessere Ausrüstung verlangt, dann handeln wir“, betonte Albig. Die neue Ausrüstung soll bereits im Sommer kommen.

 Bis in die zweite Jahreshälfte müssen die Beamten dagegen auf die neuen Mitteldistanzwaffen warten. Der Grund sei das komplexe Vergabeverfahren, erklärte Höhs. Erst danach entscheide sich, ob es das G36c oder ein anderes Waffenmodell wird. Auf jeden Fall muss die neue Waffe die taktische Lücke oberhalb von Pistole und Maschinenpistole, die nur auf nahe Distanzen wirken, schließen.

 Das Problem von zu viel Überstunden und hoher Wochenendbelastung bei der Polizei will Albig erst nach einem Wahlsieg abarbeiten. Ende 2016 hatten sich bei der Landespolizei insgesamt 380000 Überstunden angesammelt – ein deutliches Plus gegenüber den Vorjahren.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Satte 14 Millionen Euro soll es für die Polizei zusätzlich geben, die Zahl der Stellen von 6400 um 500 aufgestockt werden. Das hört sich doch nicht schlecht an. Dabei ist die Polizei in Schleswig-Holstein schon jetzt relativ gut ausgerüstet, im Vergleich zu Berlin etwa.

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