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"Bertini-Preis" für engagierte Jugendliche in Hamburg

Auszeichnungen "Bertini-Preis" für engagierte Jugendliche in Hamburg

In fünf Projekten setzen sich 64 Hamburger Schüler und Schülerinnen für ein friedliches Zusammenleben in der Gesellschaft ein. Dafür haben sie im Ernst-Deutsch-Theater den "Bertini-Preis 2015" erhalten.

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Ein Schüler geht am 27.01.2015 am Logo des Bertini-Preises vorbei.

Quelle: Daniel Bockwoldt/Archiv

Hamburg. Fünf Schüler-Initiativen, die sich für ein vorurteilsfreies gesellschaftliches Miteinander engagieren, haben am Mittwochnachmittag in Hamburg den "Bertini-Preis 2015" erhalten. Zu den ausgezeichneten Aktivitäten gehört die CD "Let me speak - Songs zum Thema IS und Pegida" von Schülern der Stadtteilschule Wilhelmsburg. Bei einem Festakt im Ernst-Deutsch-Theater ehrte Schulsenator Ties Rabe (SPD) die insgesamt 64 jungen Menschen. "Sie hatten den Mut, sich zu erinnern und richtig zu handeln", sagte er.

Außerdem hätten die Jugendlichen Empathie entwickelt und sich in andere hineinversetzt, lobte Rabe. Die Festrede hielt Patrick Abozen ("Tatort"), Hamburger Schauspieler mit äthiopischem Hintergrund. Der Preis wurde zum 18. Mal vergeben. Sein Name geht zurück auf den Roman "Die Bertinis", in dem Ralph Giordano (1923-2014) das Schicksal seiner Familie während der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in der Hansestadt schildert. Insgesamt 25 Bewerbungen waren nach Veranstalterangaben diesmal eingegangen.

Geehrt wurden auch Abiturienten der Gelehrtenschule des Johanneums, die sich im Projekt "Überleben - eine szenische Lesung wider das Vergessen" mit Schicksalen von Holocaust-Überlebenden befassen. Jungen und Mädchen des Gymnasiums Bondenwald organisierten ein Sportangebot, um Flüchtlinge willkommen zu heißen. Jugendliche der gemeinsamen Oberstufe von Gymnasium und Stadtteilschule Finkenwerder initiierten einen "Stolperstein" für Hermann Quast, einen Jungen mit Down-Syndrom aus ihrem Ort. Das Kind wurde mit sieben Jahren 1943 von den damaligen Alsterdorfer Anstalten aus in den Tod geschickt.

Schüler vom Ludwig-Meyn-Gymnasium in Uetersen (Kreis Pinneberg) gingen dem Gerücht nach, dass NS-Diktator Adolf Hitler immer noch Ehrenbürger ihrer Stadt ist. Ihre Recherche mündete Ende 2015 in der offiziellen Aberkennung dieses Titels durch die Ratsversammlung. Die Ausschreibung zum "Bertini-Preis - Für junge Menschen mit Zivilcourage" richtet sich seit 1998 an alle Hamburger zwischen 14 und 25 Jahren. Sie können sich einzeln, als Gruppe oder Schulklasse mit einem Projekt bewerben - oder von Anderen für ihr mutiges "Eintreten gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt von Menschen gegen Menschen in dieser Stadt" vorgeschlagen werden, wie es heißt.

dpa

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