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Größte Aktenwanderung des Landes

Bildungsministerium Größte Aktenwanderung des Landes

Ein großer Regierungsumzug: Seit Montag räumen Möbelpacker das baufällige Bildungsministerium in der Brunswiker Straße in Kiel. Bis Freitag nächster Woche sollen 172 Mitarbeiter samt Schreibtischen, PCs, 2400 Umzugskartons und 600 Regalmeter Akten die nur 400 Meter entfernte neue Kommandozentrale am Jensendamm bezogen haben.

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Alte Heimat: Der Sprecher des Schulministeriums, Thomas Schunck, zeigt aus dem neuen Amtszimmer seiner Chefin Britta Ernst auf seinen bisherigen Arbeitsplatz.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Wir haben den Umzug so geplant und so gut vorbereitet, dass die Arbeit ohne Beeinträchtigung vorangeht“, berichtet Schulministerin Britta Ernst (SPD). Ihr Umzugsmanager Volker Kuptz stahlt. Der Leiter des Organisationsreferats hat haarklein festgelegt, wer seine Sachen im alten Hochhaus an welchem Abend einpackt, am nächsten Tag umzieht und keine 24 Stunden später wieder einsatzbereit ist. Bisher läuft alles wie am Schnürchen. Auch bei Ulrike Möhlenbeck. Die Mitarbeiterin der Abteilung 4 (Berufsschulen und anderes) steht vor ihrem neuen Büro, in der rechten Hand den Papierkorb mit Zimmerpflanze, unter dem linken Arm die Kaffeemaschine.

 „Die Zimmer sind für einige von uns schöner, für andere nicht“, berichtet Möhlenbeck – und strahlt. Sie hat eines der begehrten Einzelzimmer ergattert. Zweiter Stock, weiße Wände, grauer Teppich. Zwei Stockwerke über ihr soll die Ministerin mit ihrem Leitungsstab einziehen. Das Büro der Chefin sei mit 40 Quadratmetern „eher bescheiden“, meint Kuptz. Das gelte auch für den Ausblick. Im alten Hochhaus thront die Ministerin im achten Stock über Kiel, gelangt aus ihrem großen Büro durch eine Hintertür direkt auf eine Dachterrasse mit imposanten Blick über die Kieler Förde. Aus dem neuen Büro sieht Ernst den Kleinen Kiel.

 Ein echtes Problem sind die Parkplätze am Hochhaus, von denen einige durch die Sanierung wegfallen. „Wir bemühen uns, in einem Parkhaus am Jensendamm 25 Stellplätze zu mieten“, berichtet Kuptz. Mitarbeiter sollen die Plätze kostenlos nutzen können. Der Haken: Bisher konnte das Land sich nur zwei Parkplätze sichern. Der Vermieter, der Immobilienmakler Bernd Kühne, überbringt eine weitere Hiobsbotschaft. Gemeint sind Pläne, die Straße am Kleinen Kiel aufwändig zu sanieren. Das bringt Lärm und kostet Parkraum.

 Im Ausweichquartier, in dem einst die HSH Nordbank und eine Krankenkasse residierten, müssen Ernst und ihre Mitarbeiter mindestens 18 Monate ausharren. Dann soll das Hochhaus aus den 50er-Jahren bezugsfertig sein, auch für die Lehrerverwaltung, die schon vor Monaten in die Fabrikstraße zwangsumgesiedelt wurde.

 Die Sanierung des Ministeriums schlägt mit 3,3 Millionen Euro zu Buche, weil innerhalb des Hochhauses von der Spitze bis zum Keller eine zweite Treppe als Rettungsweg angelegt werden muss. Die Spar-Variante, eine Außentreppe, scheiterte am Denkmalschutz.

 Der Regierung plant derweil den nächsten Umzug. Nach dem Schulministerium soll das Justizressort in den Jensendamm ziehen, weil das alte Dienstgebäude baufällig ist.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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