23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
"Brexit ist eine Zäsur für Europa"

Reaktionen aus SH "Brexit ist eine Zäsur für Europa"

51,9 Prozent der Briten haben für den Austritt aus der EU gestimmt, 48,1 Prozent für den Verbleib. Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, zutiefst bedauert. Auch andere Personen aus Politik und Wirtschaft äußerten sich zum Brexit.

Voriger Artikel
Großbritannien kehrt Europa den Rücken
Nächster Artikel
David Cameron kündigt Rücktritt an

Das Volk hat abgestimmt: Großbritannien soll die EU verlassen.

Quelle: Hannah Mckay/dpa

Kiel.  „Mit dem Ausscheiden Großbritanniens werden wir einen unserer wichtigsten europäischen Partner verlieren, dessen Bedeutung für die wirtschaftliche Stärke und außenpolitische Handlungsfähigkeit der Europäischen Gemeinschaft unbestritten ist“, sagte die SSW-Politikerin Anke Spoorendonk am Freitag. Die Entscheidung für einen EU-Austritt bedeute eine schmerzhafte Zäsur für den europäischen Einigungsprozess insgesamt.

„Unser bisheriges Verständnis von der Unumkehrbarkeit des europäischen Projekts wird damit offen in Frage gestellt“, erklärte Spoorendonk. Den Ausgang des Referendums verstehe sie als deutliche Mahnung, künftig noch mehr Anstrengungen zu unternehmen, um das Vertrauen der Bürger in die Europäische Union zurückzugewinnen. „Wir müssen den Zusammenhalt der Europäischen Gemeinschaft stärken, um zu verhindern, dass das britische Referendum eine „Blaupause“ für ähnliche Initiativen in anderen Mitgliedstaaten wird.“

Nach Brexit Bindungen zu Großbritannien aufrechterhalten

Mit großer Enttäuschung hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig auf das Votum der Briten für einen Austritt aus der EU reagiert. „Ein schnelles Zurück wird es leider nicht geben können“, sagte der SPD-Politiker am Freitag. „Umso wichtiger ist es, sich jetzt nicht beleidigt abzuwenden und die Bande zwischen dem Kontinent und Großbritannien auch unter diesen neuen Vorzeichen aufrechtzuerhalten.“ Es sei ein Weg zu finden, wie die europäische Idee wieder zünden kann. „71 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben viele vergessen, worum es bei diesem historischen Friedensprojekt geht“, erklärte Albig. „Es ist unser aller Aufgabe in Europa, eine neue Erzählung zu entwickeln, die nicht nur von EU-Verordnungen und Handelsbilanzen handelt, sondern auch das Herz der jüngeren Generationen erreicht.“

Brexit „historischer Rückschlag“ für Europa

Der schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing sieht im Brexit „einen historischen Rückschlag für unser vereintes Europa“. Es müsse nun darum gehen, einen Domino-Effekt zu vermeiden, sagte Liebing am Freitag nach der Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen. Um eine weitere Aufspaltung zu verhindern, müssten alle Politiker den Menschen deutlich machen, dass die Grenzfreiheit, der Euro als länderübergreifendes Zahlungsmittel und mehr als 70 Jahre Frieden „alles andere als eine Selbstverständlichkeit“ seien, sondern Ergebnisse einer funktionierenden Zusammenarbeit. Nach Ansicht des Christdemokraten ist eine Offensive für Europa die richtige Antwort. Der Bundestagsabgeordnete Liebing tritt für die CDU als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Mai 2017 an.

Brexit kann fatale Folgen haben

Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU kann nach Ansicht des Kieler Ökonomen Dennis Snower fatale Folgen haben. Den EU-Staaten sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, bei ihren Bürgern eine Identität als Europäer zu verankern, erklärte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft am Freitag. Die Entscheidung sei besonders tragisch, weil kein Argument der Brexit-Befürworter stichhaltig sei. Wenn die EU nicht zerfallen solle, müsse sie zunächst das Zugehörigkeitsgefühl der Bürger zur Gemeinschaft stärken, bevor sie weitere Schritte der politischen oder wirtschaftlichen Integration unternehmen kann. „Ohne eine starke gemeinsame Identität kann die EU langfristig nicht überleben.“

Reaktionen aus Schleswig-Holstein

Beim Kurznachrichtendienst Twitter äußerten sich weitere Politiker aus Schleswig-Holstein zum Brexit. Hier ein Überblick:

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3