16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Merkel: Keine Toleranz für Ausländerfeinde

Heidenau Merkel: Keine Toleranz für Ausländerfeinde

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine menschliche Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland angemahnt und Härte gegen Rechtsextremisten verlangt. „Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die die Würde anderer Menschen infrage stellen“, sagte sie am Mittwoch nach einem Besuch des Flüchtlingsheims im sächsischen Heidenau.

Voriger Artikel
NOlympia fordert Verzicht auf Bewerbung für 2024
Nächster Artikel
Attacke auf Til Schweigers Haus: Polizei tappt im Dunkeln

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M) besuchte mit dem Bürgermeister Jürgen Opitz (l), Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (alle CDU) und DRK-Präsident Rudolf Seiters (r) eine Flüchtlingsunterkunft in Heidenau (Sachsen) und sprach mit einem der Helfer.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Heidenau. Dort hatten Rechtsradikale und Rassisten am Wochenende Asylbewerber bedroht und Polizisten angegriffen. Merkel war vorgeworfen worden, zu lange dazu geschwiegen zu haben.

Nach Angaben des Bundespresseamtes war es ihr erster Auftritt in einem Flüchtlingsheim seit Beginn ihrer Kanzlerschaft 2005 überhaupt. Demonstranten empfingen Merkel mit Buh-Rufen. Medien beschimpften sie als „Lügenpresse“. Ein Kameramann wurde mit einem Ei beworfen.

Merkel sagte: „Ich möchte noch einmal daran erinnern, (…) dass es beschämend und abstoßend ist, was wir erleben mussten.“ Sie betonte: „Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die nicht bereit sind, zu helfen, wo rechtlich und menschlich Hilfe geboten ist.“ Und: „Deutschland hilft, wo Hilfe geboten ist.“ Nach deutschen Gesetzen habe jeder Mensch, der politisch verfolgt sei oder vor Bürgerkrieg fliehen musste, ein Recht auf faire Behandlung, ein Asylverfahren oder Anerkennung als Bürgerkriegsflüchtling. Menschliche und würdige Behandlung jedes Einzelnen sei Teil deutschen Selbstverständnisses.

Merkel dankte unter anderem dem Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz (CDU) für seinen deutlichen Worte gegen die rechten Krawalle: „Danke denen vor Ort, die auch den Hass zu ertragen haben. (…) Das ist nicht einfach.“ Um die hohen Flüchtlingszahlen zu bewältigen, seien gemeinsamer Wille und große Kraftanstrengung in Bund, Ländern und Gemeinden nötig. Sie appellierte an die Arbeitgeber der ehrenamtlichen Helfer, „dass wir es schaffen müssen, das Ehrenamtliche auch ihre Arbeit leisten können“. Sie sagte: „Wir können uns freuen, dass viele Menschen mit anpacken.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Leitartikel

In zehn Jahren Kanzlerschaft hat Angela Merkel immer wieder bewiesen, dass sie in der Lage ist, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun. Nun bewegt die Flucht von Abertausenden aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten schon seit Monaten die Welt, Europa, Deutschland und Schleswig-Holstein, bis hinunter in die kleinste Gemeinde.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3