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Bund baut neue Schleusen in Kiel

Nord-Ostsee-Kanal Bund baut neue Schleusen in Kiel

Darauf hat die maritime Wirtschaft in Schleswig-Holstein lange gewartet. Der Bund hat grünes Licht für eine weitere Millionen-Investition in den Nord-Ostsee-Kanal gegeben. Noch in diesem Sommer beginnen die Vorbereitungen zum kompletten Neubau der beiden kleinen Schleusenkammern in Kiel-Holtenau.

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Die alten Schleusenkammern werden ab Sommer mit Sand zugeschüttet.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die Kosten belaufen sich auf 240 Millionen Euro. Die überraschende Nachricht wurde am späten Donnerstagabend beim traditionellen Reis & Curry-Essen des Lotsengesangvereins Knurrhahn verkündet.

Jahrelang war über eine Sanierung der maroden Schleusenkammern diskutiert worden. Nun hat sich der Bund für die große Lösung entschieden. Ab 2018 soll ein Bauprojekt beginnen, das es so an der deutschen Küste noch nie gegeben hat. Die 1895 eingeweihten Schleusen werden komplett abgerissen und von Grund auf an derselben Stelle neu gebaut. Die entsprechende Planung hat das Bundesverkehrsministerium jetzt genehmigt. „Damit ist aus der Hoffnung nun Gewissheit geworden, dass wir auch in Kiel mit dem Kanal vorankommen“, sagte Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel. In Brunsbüttel entsteht derzeit die von der Schifffahrt lange geforderte fünfte Schleusenkammer.

Albig ist von Herzen dankbar

„Wir werden in Kiel mit den ersten Arbeiten im Herbst beginnen“, kündigte Witte an. Dann werden die bestehenden Kammern mit mehr als 200000 Tonnen Sand zugeschüttet. Der Neubau wird dann nach der Ausschreibung und der Finanzierungszusage beginnen. Das könnte 2018 oder Anfang 2019 der Fall sein. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der Gast des Abends war, begrüßte die Entscheidung. „Es ist gut, dass wir jetzt so starke und wichtige Signale vom Bund bekommen. Ich bin von Herzen dankbar dafür“, erklärte der Regierungschef. Und: „Es ist an der Zeit, dass Deutschland zeigt, dass es in der Lage ist, nicht nur Probleme zu erkennen, sondern sie auch zu lösen.“ Zuspruch auch von der Schifffahrt. „Es zeigt, dass hier am Kanal wieder gearbeitet wird. Wichtig ist jetzt, dass es auch Personal dafür gibt“, sagte Jens-Broder Knudsen von der Initiative Kiel Canal.

Einsturzgefahr

Die Schleusenanlage ist seit langem ein Sorgenkind des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau. 2013 waren tiefe Risse im Mauerwerk entdeckt worden. 2014 mussten die Schleusen nach einem Gutachten der Bundesanstalt für Wasserbau komplett gesperrt werden. Nach wie vor besteht Einsturzgefahr. Die ersten Konzepte zur Sanierung hatten sich auf 60 Millionen Euro summiert. „Es war aber irgendwann klar, dass das Bauwerk so marode ist, dass wir es nicht mehr in Betrieb nehmen können“, sagte Witte.

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Frank Behling zu den Kanalschleusen

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