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Pilotprojekt soll Flüchtlinge schnell in Jobs bringen

Bundesagentur für Arbeit Pilotprojekt soll Flüchtlinge schnell in Jobs bringen

Etwa 35000 Flüchtlinge sind derzeit in Schleswig-Holstein. Damit ein Teil von ihnen schnell einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle besetzen kann, haben Landesregierung und Bundesagentur für Arbeit (BA) am Montag ein weiteres Förderprogramm vorgestellt.

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Margit Haupt-Koopmann, Regionalchefin der Agentur für Arbeit: „Wir müssen neue Wege gehen, um die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive in Arbeit zu bringen.“

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Im Juni soll demnach ein bundesweit bislang einmaliges Pilotprojekt starten, um noch in diesem Jahr bis zu 2000 Flüchtlinge auf eine Beschäftigung vorzubereiten. Dafür stellen BA und Land in einer ersten Förderrunde sechs Millionen Euro bereit, sagte Arbeitsminister Reinhard Meyer (SPD): „2015 war das Jahr des Ankommens. 2016 wird das Jahr der Integration für alle Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive, derzeit vor allem aus Eritrea, Irak, Iran und Syrien.“ Der Erfolg der Integration hänge aber entscheidend vom Erlernen der deutschen Sprache und der Vermittlung des hier gelebten Wertesystems ab, betonte der Minister.

Deshalb sei das Programm, das „keinesfalls in Konkurrenz“ zu den bisherigen Programmen für Arbeitssuchende trete, in zwei Schritte unterteilt. In der ersten, maximal sechs Monaten langen Phase sollen die Kenntnisse der Bewerber ermittelt und Grundlagen für eine Weitervermittlung auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gelegt werden. Diese Beschäftigung soll in der zweiten Phase von einem Coach begleitet werden, der Gruppen von bis zu 20 Teilnehmer des Programms betreut und auch als Ansprechpartner für Arbeitgeber dient. „Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeitgeber dafür genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stellen werden“, sagte Meyer.

Flüchtlinge seien "Fachkräfte von übermorgen"

Um den Übergang von Flüchtlingen in das Berufsleben zu erleichtern, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) an, dass an berufsbildenden Schulen eine Deutsch-als-Zweitsprache-Stufe (DaZ) eingeführt werde. Zudem müsse an den Berufsschulen Überzeugungsarbeit für das duale Ausbildungssystem geleistet werden: „Viele der 3100 jungen Flüchtlinge an unseren Berufsschulen wollen am liebsten gleich Geld verdienen. Sie brauchen aber Zeit, um zuerst ausreichende Deutschkenntnisse zu erwerben“, sagte Ernst. Für Margit Haupt-Koopmann bedeutet das neue Programm eine Chance, auf die speziellen Belange der Flüchtlinge zum Beispiel bei der Vermittlung von allgemeinen Sprachkenntnissen eingehen zu können. „Vieles hätten wir aus unserem Topf gar nicht finanzieren dürfen“, sagte die Chefin der Regionaldirektion der BA. Allerdings stünden der Agentur im Norden in diesem 15 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, um Flüchtlinge, die zu 50 Prozent unter 25 Jahre alt seien, auf Ausbildung und Beruf vorzubereiten – „das sind die Fachkräfte von übermorgen“. Die bereits im Heimatland erworbenen Fähigkeiten, forderte die Agentur-Chefin, müssten über zertifizierte Teilqualifikationen anerkannt werden: „Wir müssen neue Wege gehen, denn viele der Flüchtlinge haben keine Papiere.“

Es sei wichtig, flexibel zu agieren, mahnte auch Arbeitsminister Meyer: „Wir dürfen hochmotivierte Menschen nicht zum Nichtstun verleiten, sonst kommen sie auf dumme Gedanken.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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