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Der Norden begrüßt Merkels Initiative

Klares Bekenntnis zum Belt-Tunnel Der Norden begrüßt Merkels Initiative

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei einem Besuch in Kopenhagen versichert, dass Deutschland alles tun werde, um die Hinterlandanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels auf schleswig-holsteinischer Seite so zügig wie möglich zu realisieren. Auf einen konkreten Zeitplan wollte sie sich aber nicht festlegen.

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Zusammen für den Belt-Tunnel: Bundeskanzlerin Angela Merkel (links) gibt am Dienstag neben Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt auf Schloss Marienborg in der Nähe von Kopenhagen eine Pressekonferenz.

Quelle: Carmen Jaspersen/dpa

Kopenhagen. Verzögerungen seien nicht auszuschließen. Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt zeigte sich vom Erfolg des Milliardenprojekts überzeugt.

Zeitgleich zum Treffen der beiden Regierungschefinnen wurde das Baugesetz vom dänischen Parlament mit großer Mehrheit beschlossen. Sieben von acht Parteien stimmten dafür. Thorning-Schmidt sprach von einer „überwältigenden“ Zustimmung für das rund 18 Kilometer lange Bauwerk, das künftig Lolland und Fehmarn verbinden soll. „Wir sind überzeugt, dass es ein Erfolg für beide Länder wird“, sagte die dänische Ministerpräsidentin. Merkel würdigte die Querung als „transeuropäisches Projekt, das uns näher zusammenrücken lässt“.

Dänemark will jetzt Verträge mit Baukonzernen schließen und mit den Arbeiten beginnen, sobald auch auf deutscher Seite die Planfeststellungsbeschlüsse vorliegen. Angepeilt für den Baubeginn ist 2016. Die Fertigstellung des Tunnels war eigentlich für 2021/22 ins Auge gefasst. Weil die Schienenanbindung auf schleswig-holsteinischer Seite, für die zum Teil eine neue Trasse gebaut wird, frühestens 2024 fertig wird, will sich jetzt auch Dänemark mit dem Tunnelbau mehr Zeit lassen, um Kosten zu sparen. Die letzte Kostenschätzung nur für den Tunnel lag bei knapp 7,37 Milliarden Euro.

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Auf Nachfrage wollte sich Merkel nicht auf den Zeitplan festnageln lassen. „Ich kann nicht ausschließen, dass es zu Verzögerungen kommt“, sagte sie mit Hinweis auf die vielen Einwände auf deutscher Seite. „Ich kann weder für die Deutsche Bahn noch für die Abarbeitung von Einwendungen oder auch Gerichtsverfahren Verantwortung übernehmen“, sagte Merkel. Das gehöre zur Demokratie. „Es hält uns aber nicht davon ab, alle Anstrengungen zu unternehmen, den Zeitplan so weit wie möglich einzuhalten“, versicherte die Kanzlerin. Die Bundesregierung stehe zu den Verpflichtungen des Staatsvertrages von 2008.

In Schleswig-Holstein erntete Merkel viel Lob, aber auch harsche Kritik. „Ich begrüße außerordentlich, dass sich die Bundeskanzlerin zu diesem für ganz Nord-Europa und damit auch für Schleswig-Holstein wichtigen Projekt bekennt“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Beifall kam auch von CDU und FDP. Der SSW blieb skeptisch, Grüne und Piraten lehnten das Projekt ab. Umstritten ist unter anderem, was im Zuge der Hinterlandanbindung aus der Fehmarnsundbrücke wird. Dazu bekräftigte die Bahn auf einer Kommunalkonferenz in Großenbrode, dass weiter drei Varianten geprüft werden, darunter der Neubau einer Straßen-Schienen-Brücke.

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Fehmarnbelt-Tunnel
Foto: Für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist heute ein entscheidender Tag. Das dänische Parlament will das Baugesetz für den Tunnel endgültig beschließen.

Für den Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ist heute ein entscheidender Tag. Das dänische Parlament will das Baugesetz für den Tunnel endgültig beschließen. Pünktlich zu diesem Ereignis reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Einladung der dänischen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt nach Kopenhagen.

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