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Günther sieht Habeck schon in Berlin

Bundestagswahl 2017 Günther sieht Habeck schon in Berlin

Die großen Parteien haben auch in Schleswig-Holstein schwere Verluste einstecken müssen. Die CDU (gut 34%) blieb klar stärkste Kraft, die SPD kam auf gut 23%. Anders als im Bundesdurchschnitt wurde die FDP mit gut 13% drittstärkste Kraft, es folgen die Grünen mit knapp zwölf und die AfD mit gut 8%.

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Die CDU um Ministerpräsident Daniel Günther blieb in Schleswig-Holstein klar stärkste Kraft.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Die Nord-CDU ist bei der Bundestagswahl in Schleswig-Holstein trotz Verlusten wieder stärkste Kraft geworden. Die Partei kam am Sonntag laut vorläufigem amtlichen Endergebnis auf 34,0 Prozent (2013: 39,2). Sie gewann zehn der elf Direktmandate. Nur in Kiel konnte sich ein SPD-Bewerber durchsetzen. Die Sozialdemokraten kamen landesweit auf 23,3 Prozent (31,5). Die FDP landete bei 12,6 Prozent (5,6), die Grünen bei 12,0 (9,4). Die AfD kam auf 8,2 Prozent (4,6) und die Linke auf 7,3 Prozent (5,2).

Zehn von elf Wahlkreisen gingen an die CDU. In Kiel, das als SPD-Hochburg gilt, konnte sich der sozialdemokratische Direktkandidat erst nach einer Zitterpartie durchsetzen. Mathias Stein (SPD) machte mit 31,0 Prozent der Erststimmen das Rennen und lag damit nur 0,3 Prozentpunkte (umgerechnet 400 Stimmen) vor dem CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Stritzl. In Lübeck dagegen nahm CDU-Kandidatin Claudia Schmidtke mit hauchdünnem Vorsprung SPD-Kandidatin Gabriele Hiller-Ohm den Wahlkreis ab.

In der Landespolitik beherrschte die Frage nach einer Jamaika-Koalition im Bund die Debatte. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) äußerte sich zurückhaltend zu den Chancen. Auf Bundesebene seien die Hürden zwischen den Parteien größer. „Von daher wird es schwieriger, aber auf jeden Fall ist es möglich.“ Mit Sorge betrachtet Günther einen denkbaren Wechsel von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) nach Berlin. Er sei aber nicht naiv. Bei möglichen Jamaika-Koalitionsverhandlungen werde er eine Rolle spielen. „Daran habe ich keinen Zweifel.“

Jamaika in SH keine Blaupause für den Bund

Auch die Nord-Grünen sehen in der Kieler Koalition keine Blaupause für den Bund. „Wir sollten uns jetzt trauen, Jamaika ernsthaft zu sondieren“, sagte Habeck. „Das kann scheitern, zumal wenn die Union weiter nach rechts gehen will. Und wir werden nicht auf Teufel komm’ raus regieren. Es kann aber auch gelingen, wenn sich alle Parteien gut in einem Bündnis wiederfinden.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) zeigte sich ebenfalls skeptisch. „Eins ist sicher: Das werden sehr schwierige Verhandlungen.“ Im Bund seien viele Themen zwischen den Liberalen und Grünen sowie zwischen FDP und Union schwierig verhandelbar.

Wahlbeteiligung in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein lag die Wahlbeteiligung am Sonntag bei 76,5 Prozent. Vor vier Jahren hatten 73,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgegeben. Dem nächsten deutschen Bundestag gehören mindestens 22 Abgeordnete aus dem Norden an. Neben den elf Direktkandidaten mindestens ebensoviele Abgeordnete über die Landeslisten. Außerdem kann es erneut Überhangmandate geben.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur

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