25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Bundeswehr investiert 90 Millionen

Standorte Husum und Plön Bundeswehr investiert 90 Millionen

Die Verteidigungsministerin hatte gute Nachrichten im Gepäck bei ihrem Besuch in Schleswig-Holstein: In den Standort Husum sollen 60 Millionen Euro und in Plön 30 Millionen investiert werden. Und die Ausbildungswerkstatt in Leck in Nordfriesland bleibt doch erhalten.

Voriger Artikel
Steinmeier bedankt sich bei Lübeckern
Nächster Artikel
Häckel setzt auf Realpolitik

 Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) informiert sich über ein Feldtanklager bei ihrem Besuch beim Spezialpionierbataillon 164 in Husum.

Quelle: dpa

Husum/Plön. Die Bundeswehr wird in die Standorte Husum und Plön insgesamt 90 Millionen Euro in den nächsten Jahren stecken. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kündigte dies am Donnerstag bei ihren Besuchen beim Spezialpionierbataillon 164 in Husum an der Nordsee und der Marineunteroffizierschule (MUS) in Plön an. In den Standort Husum sollen 60 Millionen Euro fließen und nach Plön 30 Millionen bis zum Jahr 2020.

Die Ministerin betonte die militärische Bedeutung der Einheit in Husum, die personell um 250 Stellen aufgestockt werde. Plön sei die „Visitenkarte für die Marine“, das Eingangstor für die jungen Leute zur Marine. Die traditionsreiche Marineschule mit rund 1600 Lehrgangssteilnehmern jedes Jahr sei „die Ausbildungsstätte der Marine schlechthin für die Marineunteroffiziere — und es ist beachtlich was hier geleistet wird“.

An beiden Standorten soll das Geld in Infrastrukturmaßnahmen fließen. Dazu gehören die Modernisierung von Unterkünften, Küchen und Lagerstätten. In Husum werde die „Agenda Attraktivität“, mit der sie die Bundeswehr als Arbeitgeber interessanter machen möchte, „vollständig aufgenommen“, sagte von der Leyen.

Bei ihrem Rundgang durch die Julius-Leber-Kaserne war die Ministerin begeistert von der Arbeit der Spezialpioniere. „Das ist schon ein einzigartiger Verband.“ Es sei beeindruckend zu sehen, wie schnell und umfassend die Männer und Frauen des Verbandes in kürzester Zeit überall auf der Welt Feldlager aufbauen können. Diese Fähigkeiten seien sehr gefragt. „Ich habe deshalb entschieden, dass der Verband noch mal aufgestockt wird um 250 Dienstposten.“

Von der Leyen kündigte zudem an, dass die Ausbildungswerkstatt in Leck (Nordfriesland) erhalten bleibt: „Wir brauchen junge Menschen mit guten Ausbildungsfähigkeiten.“ In Leck werden unter anderem Elektroniker ausgebildet, „die wir dringend brauchen“. Daher sei der ursprüngliche Plan, die Werkstatt zu schließen, gekippt worden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Donnerstag Plön besucht.

Zur Bildergalerie

Soldaten zeigten ihrer Dienstherrin, wie ein mobiles Tanklager für Kraftstoffe aufgebaut oder eine Pipeline repariert wird. Die in Feldlagern verwendeten Zelte und Container wurden ebenso vorgeführt wie das „Arbeitspferd“ der Pioniere, der Pionierpanzer „Dachs“, oder Maschinen zum Verlegen von Faltstraßen und Befüllen von Sandsäcken.

In der Marineschule Plön wurde der Ministerin ein modernisiertes Kasernen-Gebäude vorgestellt — so auch ein Mutter-Kind-Zimmer, in der zum Beispiel eine Offizierin mit ihrem 13 Monate alten Sohn arbeiten kann, wenn die Unterbringung anderweitig nicht möglich ist. Außerdem informierte sich die Ministerin, wie Soldaten an der Pistole ausgebildet werden. Überraschend machte die Ministerin dann mit einem Segel-Ausbildungskutter eine kleinen Abstecher auf den Plöner See. So blieb keine Zeit mehr, sich auch noch die Ausbildung am umstrittenen Gewehr G 36 demonstrieren zu lassen.

Angesprochen auf die Nachwuchsprobleme der Marine wandte sich von der Leyen gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht. Es gebe rein zahlenmäßig genügend junge Menschen, die bei der Bundeswehr anfangen wollten. „Aber uns geht es wie der gesamten deutschen Wirtschaft, wir brauchen vor allem auch die Spezialisten-Ausbildung — und die erreicht man nicht durch Wehrpflicht, sondern durch sehr gute Arbeitsbedingungen.“ Ein modernes Personalmanagement sei geboten, um den Fachkräfteengpass zu überwinden. Die Marine kooperiere mit der zivilen Seefahrt bei der Ausbildung, dies sei vielversprechend. Denn die Bundeswehr habe zum Beispiel bei den U-Booten faszinierende technische Möglichkeiten, die es in der zivilen Seefahrt nicht gebe.

Außerdem bekräftigte die Ministerin, Beruf, Dienst und Familie müssten vereinbar sein. So teste die Marine neue Konzepte. Ein Beispiel seien Mehrfach-Besatzungen, so dass die Einsatzzeiten auf den Marineschiffen nicht mehr solange dauerten.

Nach der Marineschule stand noch ein Besuch beim Zentrum für Gesundheit und Familie des Deutschen Roten Kreuzes in Plön auf dem Programm. Das DRK hat neue Konzepte für Familienkuren und Angebote für Soldaten mit Paarkonflikten entwickelt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Verteidigungsministerin
Foto: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) besucht am Donnerstag mehrere Einrichtungen der Bundeswehr in Schleswig-Holstein.

Sandsackfüllmaschinen, Schießsimulatoren und Soldatenkuren: Verteidigungsministerin von der Leyen will sich bei einem Besuch im Norden über verschiedene Einrichtungen der Bundeswehr und Angebote für Soldaten informieren. Am Nachmittag besucht sie Plön.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr