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CDU plant Millionen für Kita-Personal

Schleswig-Holstein CDU plant Millionen für Kita-Personal

Die CDU-Landtagsfraktion will die Qualität in den Kitas des Landes erhöhen und den Betreuungsschlüssel verbessern. Ab 2016 sollen im Haushalt jährlich zusätzlich 20 Millionen Euro bereitgestellt werden, um 600 weitere Vollzeitstellen für die Betreuung von Kindern ab drei Jahren zu finanzieren.

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Die Landtagsfraktion der CDU will den Kreisen und kreisfreien Städten von 2016 an zunächst 20 Millionen Euro jährlich für Kita-Personal zur Verfügung stellen.

Quelle: dpa

Kiel. „Geld soll sich in Qualität niederschlagen“, sagte CDU-Fraktionschef Daniel Günther am Donnerstag bei der Vorstellung eines entsprechenden Positionspapiers. Ziel sei, die frühkindliche Bildung im Land zu stärken. „Je kleiner die Gruppen, desto besser und individueller können Kinder betreut werden“, sagte die sozialpolitische Sprecherin Katja Rathje-Hoffmann. Mit dem zusätzlichen Geld gäbe es künftig für Kita-Gruppen von 20 bis 22 Kindern im Schnitt jeweils 1,6 Erzieherinnen statt wie bisher 1,5. Langfristig strebt die CDU einen Schlüssel von 2,0 an. Dies würde nach ihren Berechnungen allerdings mehr als 100 Millionen Euro kosten. Und damit ähnlich viel, wie die Beitragsfreiheit für die Eltern in drei Kita-Jahren.

SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hatte sich zuletzt mehrfach für die Einführung zumindest eines beitragsfreien Jahres ausgesprochen. SSW und Grüne als Koalitionspartner tragen den Plan jedoch nicht mit. „Ich erwarte, dass Grüne und SSW wie bei vielen Projekten einknicken werden“, sagte Günther mit Blick auf die Landtagswahl 2017. Das CDU-Konzept sei ein Gegenmodell zu den SPD-Vorstellungen: „Bei der SPD würde nichts besser werden, bei uns würde vieles besser werden.“ Die CDU befürwortet in ihrem Papier auch Betriebskindergärten und ein frühes Englischlernen an Kitas. Dies solle auf freiwilliger Basis und in enger Zusammenarbeit mit den Grundschulen geschehen. Erzieher sollten zudem zusätzliche Qualifizierungsangebote bekommen.

Von der SPD gab es hämisches Lob für die CDU-Initiative. „Der Oppositionsführer hat sich erstmals für eine inhaltliche Initiative entschieden. Das ist eine erfreuliche Abwechslung und zu würdigen“, sagte der Bildungspolitiker Martin Habersaat. Zugleich bekräftigte er das Ziel beitragsfreier Kitas: „Vielleicht kommen auch die Christdemokraten eines Tages zu der Erkenntnis, dass Bildung fairerweise von der Kita über die Schule bis zur Hochschule gebührenfrei sein sollte.“ Niemand könne die Augen davor verschließen, dass die Elternbeiträge im Land überdurchschnittlich sind, sagte die Grüne Anke Erdmann: „Hier brauchen wir politische Lösungen vor allem für Familien mit kleinen Einkommen.“

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Dass dem Land ein langer und flächendeckender Kita-Streik droht, ist keine gute Nachricht: Kinder, Eltern und Erzieher werden darunter gleichermaßen zu leiden haben. Dabei wäre das Szenario noch immer vermeidbar, würden die Arbeitgeber nur etwas mehr Verhandlungsbereitschaft signalisieren und die Gewerkschaften weniger nervös reagieren. Beides ist leider unwahrscheinlich.

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