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Christian Longardt zur Einbruchsstatistik

Kommentar Christian Longardt zur Einbruchsstatistik

An dieser Stelle hätte eigentlich ein positiver Kommentar stehen sollen. Einer, der die Anstrengungen der Landespolizei im Kampf gegen organisierte Einbrecherbanden herausstreicht und die Erfolge würdigt. Denn beides hat es fraglos gegeben, große Anstrengungen und zählbare Erfolge.

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Chefredakteur Christian Longardt zur Einbruchsstatistik

Quelle: Ulf Dahl

Als die drastisch gestiegenen Fallzahlen im vergangenen Winter immer größere Schlagzeilen machten, als immer mehr Bürger ihrem Unmut und ihrer Sorge Ausdruck verliehen, hat die Polizei alle Kräfte mobilisiert, um Einbrechern das Leben schwerer zu machen. Nicht immer so spektakulär wie beim Hubschraubereinsatz mit Wärmebildkamera, der in Kiel zur Festnahme albanischer Intensivtäter führte. Aber durchaus effektiv: Mehr als 60 Verdächtige wurden seit Januar hinter Schloss und Riegel gebracht.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Das Risiko, Opfer von Einbrechern zu werden, ist in Schleswig-Holstein deutlich höher als im Bundesdurchschnitt. Die Aufklärungsquote ist sehr viel niedriger als in anderen Bundesländern. Wenn dann noch die Öffentlichkeit Druck macht, braucht der verantwortliche Minister nichts dringender als gute Nachrichten. Seine Polizei hat sie geliefert und den Bürgern verkauft, die Einbruchszahlen seien gegenüber 2015 um zehn Prozent gefallen. Weil in einem internen Polizeipapier das exakte Gegenteil zu lesen ist, steht ein ganz böser Verdacht im Raum. Innenminister Stefan Studt sollte sich rasch dazu erklären.

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Christian Longardt
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Einbruchszahlen-Wirrwarr
Foto: Sie gingen in die Offensive: Ralf Höhs, Leiter der Landespolizei (rechts) und Thorsten Kramer, Leiter des Landeskriminalamtes, erklärten am Montag auf einer Pressekonferenz die unterschiedlichen Statistiken.

Das Statistik-Wirrwarr um die Einbruchszahlen der Landespolizei hat ein parlamentarisches Nachspiel: Die CDU will Innenminister Stefan Studt (SPD) im Innen- und Rechtsausschuss des Landtages am Mittwoch befragen. Die Führung der Landespolizei wehrt sich gegen Vorwürfe.

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