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Meyer-Heidemann: Der Mann mit der Vision

Kongress Meyer-Heidemann: Der Mann mit der Vision

Seit 100 Tagen ist Christian Meyer-Heidemann der Landesbeauftragte für politische Bildung im Amt. Nun veranstaltet er zusammen mit dem Verband Politischer Jugend einen Kongress. Dabei wollen rund 120 Vertreter über Schleswig-Holstein 2050, Demokratie, Friedenspolitik sowie soziale Gerechtigkeit diskutieren.

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Seit 100 Tagen ist Christian Meyer-Heidemann der neue Landesbeauftragte für politische Bildung.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. An diesem Wochenende treffen sich rund 120 Vertreter von Junger Union, Jungsozialisten, Jungen Liberalen, Grüner Jugend und SSW Ungdom in Barmstedt zu einem zweitägigen Kongress, um über Schleswig-Holstein 2050, Demokratie, Friedenspolitik sowie soziale Gerechtigkeit zu diskutieren. Und nicht zuletzt über die gemeinsame Wertschätzung einer freiheitlichen Lebensweise. Veranstalter ist neben dem Verband Politischer Jugend der neue Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann.

Der 36-Jährige ist seit 100 Tagen im Amt und weist darauf hin, dass seine Kieler Einrichtung mit ihrem Jahresetat von 400000 Euro, zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern und zwei Sachbearbeiterstellen die am schlechtesten ausgestattete Landeszentrale in ganz Deutschland ist. „Ganz klar: Da muss sich etwas tun“, fordert er. „Mindestens eine zusätzliche Referentenstelle wäre gut.“ Gerade habe eine Kirchengemeinde um die Begleitung einer Dialogveranstaltung von Dorfbewohnern und Flüchtlingen gebeten, und grundsätzlich hält Meyer-Heidemann solche Anfragen für sinnvoll. Doch im Vergleich zu den Kollegen in Baden-Württemberg, wo man 41 Mitarbeiter in Vollzeit und 54 in Teilzeit beschäftigt, ein eigenes Tagungszentrum unterhält und neben der Zentrale in Stuttgart noch zwei Außenstellen in Heidelberg und Freiburg im Breisgau betreibt, sei man in Kiel auf Bordmittel beschränkt.

 Hinzu komme die Zersplitterung von politischer Bildungsarbeit in den Ministerien: Für religiöse Extremismusprävention namens PROvention unter Trägerschaft der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein sind drei Mitarbeiter des Innenministeriums zuständig, für Bürgerbeteiligung das Sozialministerium und für politische Bildung an Schulen, unter anderem das Projekt „Jugend debattiert“, das Schulministerium. Für Gedenkstättenarbeit zeichnet aktuell Kulturministerin Anke Spoorendonk verantwortlich. Meyer-Heidemann spricht sich für eine Bündelung und Vernetzung all dieser Projekte in der Landeszentrale aus. „Es geht darum, diese Initiativen stärker ans Parlament anzudocken und mit dem Pfund der Überparteilichkeit zu wuchern: Wie politische Bildung in Schleswig-Holstein aussieht, ist vollkommen unabhängig von der aktuellen Regierung.“ Ausgewogenheit sei gerade im bevorstehenden Wahlkampf unverzichtbar. Der Landesbeauftragte ist unter anderem für die Ausarbeitung des Wahl-O-Maten zuständig. „Viele Menschen wählen tatsächlich nach ihrem persönlichen Ergebnis.“

 Meyer-Heidemann steht der SPD nah, legt aber Wert darauf, auch mit den anderen Parteien im engen Austausch zu stehen. Im Kuratorium, wo neben den parteinahen Stiftungen und der Landesschülervertretung auch Abgeordnete der Landtagsfraktionen sitzen, habe man kürzlich über den Umgang mit der AfD gesprochen. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, konstatiert der Beauftragte: Kontaktsperre oder Entzauberung durch Entlarvung im Rahmen einer inhaltlichen Diskussion. „Das Zweite ist meine Priorität. Aber dafür muss man sehr gut vorbereitet sein.“ Gut ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl warnt Meyer-Heidemann davor, den Einzug der Rechtspopulisten bereits als gesetzt anzunehmen. „Ich höre das auf den Fluren im Landeshaus immer wieder. Aber das ist mir eine zu starke Resignation. Es ist noch nicht zu spät, das zu verhindern.“ Die Fraktionen sollten den gegenseitigen Vorwurf unterlassen, Steigbügelhalter der AfD zu sein. „Was die AfD will, will bisher im Parlament doch niemand.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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