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Auch Armee kontrolliert jetzt die Grenze

Dänemark Auch Armee kontrolliert jetzt die Grenze

Wer auf dem Landweg nach Dänemark reist, wird künftig auch von Soldaten kontrolliert: Am Dienstag haben die ersten Mitglieder der „Heimwehr“, einer Teilstreitkraft der dänischen Armee, ihren Dienst an der Grenze bei Flensburg angetreten.

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Hand in Hand: Polizei und Heimwehr arbeiten gemeinsam am Grenzübergang Krusau bei Flensburg und kontrollieren nach Dänemark einreisende Fahrzeuge.

Quelle: Heiko Thomsen/dpa

Krusau. Zu erkennen sind sie an Barrett und Beinkleid: Man trägt Flecktarn. Am meisten freuen sich wohl 160 dänische Polizisten über die Verstärkung: Sie dürfen in ihre Heimatgemeinden zurückkehren und haben wieder Aussicht auf eine 37-Stunden-Woche.

Insgesamt 125 Soldaten der Heimwehr werden die Polizei bei den Grenzkontrollen unterstützen – 90 an der Landgrenze und später weitere 35 in Rödby auf Lolland. Die Kontrollen hatte die konservativ-liberale Regierung Anfang des Jahres eingeführt und seither immer wieder verlängert. Sie sollen verhindern, dass Flüchtlinge illegal nach Dänemark einwandern oder sich jene dort niederlassen, die von Schweden zurückgewiesen werden.

Flüchtlingszahlen gehen weiter zurück

Allerdings sind die Flüchtlingszahlen auch in Dänemark in den vergangenen Monaten massiv zurückgegangen: Im Mai suchten dort nur noch 350 Menschen Asyl – so wenig wie in keinem Monat mehr seit 2012. Zudem klagte die Polizei über die Zusatzbelastung. Durch die verstärkte Terrorabwehr seit dem Terrorangriff im Februar 2015 und die Grenzkontrollen in diesem Jahr seien Berge an Überstunden entstanden, sagte am Dienstag der Chef der Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt, der Agentur Ritzau und fügte hinzu: „Deshalb ist das heute ein guter Tag für die Polizei.“

"Letztes Wort hat immer die Polizei"

Die Heimwehr-Soldaten haben sich freiwillig gemeldet, werden aber für ihren Dienst bezahlt. Sie wurden fünf Tage lang in der Polizeischule in Bröndby auf den Dienst vorbereitet, dürfen keine Waffen an der Grenze tragen und keine Hoheitsaufgaben der Polizei übernehmen, also zum Beispiel keine freiheitsberaubenden Maßnahmen wie Festnahmen. Deshalb und zur Eigensicherung dürfen die Soldaten auch nur zusammen mit Kollegen der Polizei Dienst tun. „Das letzte Wort hat immer die Polizei“, betonte Oxfeldt.

„Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist normal für die Heimwehr“, sagte Oberst Flemming Aberskov am Dienstag in Krusau. So helfe die Truppe auch bei der Sicherung von Tatorten oder Großveranstaltungen mit. Die 16000 meist freiwilligen Mitglieder der Heimwehr und die dänische Bevölkerung bewerten den Einsatz an der Grenze ganz überwiegend positiv: In Umfragen sprachen sich in beiden Gruppen klare Mehrheiten dafür aus. Auch die Grenzkontrollen an sich werden kaum kritisiert. Sie dauern vorläufig bis Mitte November.

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Flüchtlinge
Dänische Polizisten kontrollieren am Grenzübergang Krusau bei Flensburg.

Die Polizei an den dänisch-deutschen Grenzübergängen erhält von Dienstag an bei den stichprobenartigen Passkontrollen Unterstützung von Reservisten der dänischen Armee.

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