12 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Erste Bilanzen der Grenzkontrollen

Dänemark Erste Bilanzen der Grenzkontrollen

Rund 24 Stunden nach der erneuten Einführung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Dänemark zeigt sich das Ausmaß der im Zuge der Flüchtlingspolitik getroffenen Maßnahme: Am ersten Tag wurden 1100 Personen kontrolliert und 18 abgewiesen. Dabei werden gar nicht alle Grenzübergänge bewacht.

Voriger Artikel
Unbekannte setzten zukünftige Flüchtlingsunterkunft unter Wasser
Nächster Artikel
Kubicki verurteilt Übergriffe auf Frauen

In Harrislee befindet sich der Überstellungspunkt für Abgewiesene an der deutsch-dänischen Grenze.

Quelle: Benjamin Nolte/dpa

Flensburg/Kopenhagen. Das räumte die dänische Polizei am Dienstagmittag ein, nachdem Journalisten auf Kontrollfahrten bis zu fünf Grenzübergänge unbemannt vorgefunden hatten. "Die Grenzkontrollen sind Stichprobenkontrollen, und die Beamten werden sich daher laufend bewegen", sagte Lisa Dissing, Sekretariatschefin der Syd- und Sønderjyllands Polizei dem dänischen Fernsehsender "TV 2".

"Das geht einfach nicht", protestierte die rechtspopulistische Dansk Folkeparti. "Wenn man Schlepper ist oder andere düstere Absichten hat, sollte man wissen, dass es ein Risiko gibt, gestoppt zu werden, unabhängig welchen Grenzübergang man wählt, um herüberzufahren", so der rechtspolitische Sprecher der Partei, Peter Kofod Poulsen.

Bilanz des ersten Tages: 18 Abgewiesene

Nach dem ersten Tag der Kontrollen sprach die dänische Polizei von 1100 kontrollierten Personen, darunter verweigerte sie 18 die Einreise nach Dänemark, drei davon stehen im Verdacht Menschen über die Grenze geschleust zu haben. Wie läuft es ab, wenn keine Erlaubnis erteilt wird?

"Sollten Personen festgestellt werden, die keine Einreiseerlaubnis haben, wird unsere Leitstelle verständigt", sagt Hans-Peter Schwartz von der Bundespolizei in Flensburg gegenüber KN-online. "Wir haben einen engen Kontakt mit den dänischen Kollegen." Die Personen würden dann zu einem "Überstellungspunkt" in Harrislee gebracht, wo die deutsche Polizei sie aufnimmt, die Identität überprüft und ihre übliche erkennungsdienstliche Arbeit verrichte.

Deutsche Hilfe offenbar bereits angefragt

An der eigentlichen Grenzkontrollarbeit sei die deutsche Polizei aber nicht beteiligt, so Schwartz weiter. Auch gebe man keinerlei Auskunft über die Strategie der dänischen Kollegen. Die Zeitung "Jyllands-Posten" berichtete unterdessen, der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt (Liberale) habe bereits vor Weihnachten in Berlin und Kiel um deutsche Kooperation bei den Grenzkontrollen gebeten. Diese Anfrage sei bis heute unbeantwortet geblieben.

Die EU dagegen hat Initiative ergriffen und die drei Staaten Dänemark, Deutschland und Schweden zu einem "Koordinierungstreffen" gebeten.

Hier sind die Grenzübergänge, an denen am ersten Tag keine Polizisten kontrollierten (Quelle: TV 2):

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Grenzkontrollen
Foto: Dänische Polizisten haben am Grenzübergang Krusa bei Flensburg eine Kontrollstelle errichtet.

Nach der Einführung von Grenzkontrollen in Schweden und Dänemark lädt EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos Regierungsvertreter zu einem Treffen. "Das Ziel dieses Treffens ist es, die Koordinierung zwischen den betroffenen Ländern zu verbessern, um eine bessere Bewältigung des Migrationsdrucks sicherzustellen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3