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Das Land will keine Kohle mehr

Kraftwerk Brunsbüttel steht vor Aus Das Land will keine Kohle mehr

Immer wieder war die Bauentscheidung vertagt worden. Nun steht das letzte noch geplante Kohlekraftwerk in Brunsbüttel endgültig vor dem Aus. Die Wirtschaft reagiert alarmiert: „Wir werden ein Problem bekommen“, sagt Jörn Biel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Kiel.

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Kohle - nein, danke! Die neue Landesregierung von Schleswig-Holstein spricht sich gegen den Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel aus.

Quelle: dpa (Archiv)

Kiel. Es war eine seiner ersten Amtshandlungen. Nur wenige Tage nach seiner Ernennung hat Energieminister Robert Habeck an das Unternehmen SüdWestStrom appelliert, die Planungen für ein neues Kohlekraftwerk einzustellen. In einem Brief an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Beteiligungsgesellschaft, Rainer Kübler, verweist Habeck auf den Koalitionsvertrag, in dem sich SPD, Grüne und SSW darauf verständigt haben, den bis Ende des Jahres laufenden Optionsvertrag für das Baugrundstück in Brunsbüttel nicht mehr zu verlängern.

 Mit anderen Worten: SüdWestStrom müsste sich innerhalb der nächsten Monate dazu entschließen, das zirka 3,2 Milliarden Euro teure Projekt durchzuziehen – oder sich endgültig von den Plänen verabschieden.

 Vieles spricht dafür, dass Letzteres eintrifft. Die Wirtschaftlichkeit des Kohlekraftwerkes, das frühestens 2017 in Betrieb gehen könnte, ist mehr als umstritten. In Bezug auf die Rahmenbedingungen gebe es eine „gewisse Planungsunsicherheit“, sagte Unternehmenssprecher Alexander Raithel . Mit Blick auf die Entscheidung von SüdWestStrom äußerte er sich allerdings zurückhaltend. Zunächst einmal müssten sich die Gremien mit der neuen Lage befassen. Immerhin seien an dem Projekt mehr als 70 Gesellschafter beteiligt.

 IHK-Mann Jörn Biel warnte vor den Folgen für die Wirtschaft: „Bis die Energiewende vollzogen ist, wird es 20 bis 30 Jahre dauern. Wir werden ein Problem bekommen, wenn wir nicht bereit sind, für den Übergang in kommerzielle Kraftwerke zu investieren.“ Es sei nicht möglich, sowohl auf Atomkraft als auch auf Kohle zu verzichten.

 Habeck sieht das anders. Er möchte gern über mögliche Energiewende-Projekte mit SüdWestStrom ins Gespräch kommen, schreibt er in seinem Brief. Ansatzpunkte könnten die Entwicklung großer Stromspeicher oder „intelligente Netze“ sein.

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Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur