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Das Ringen um Gaucks Nachfolge beginnt

Nach dem Verzicht Das Ringen um Gaucks Nachfolge beginnt

Das Nachfolgekarussell dreht sich bereits auf Hochtouren: Bundespräsident Joachim Gauck (76) verzichtet im nächsten Jahr aus Altersgründen auf eine zweite Amtszeit. Politiker aus Schleswig-Holstein äußerten Respekt und Verständnis.

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Bundespräsident Joachim Gauck tritt nicht für eine zweite Amtszeit an.

Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Kiel/Berlin. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) würdigte Gauck als eine „tief beeindruckende“ Persönlichkeit. „Er überzeugt in seinem Amt voll und ganz. Er repräsentiert unser Land wundervoll. Ich habe aber vor allem Respekt dafür, dass er sich im Alter von 76 Jahren nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stellen möchte.“ SPD-Landeschef Ralf Stegner äußerte sich ähnlich. Gauck habe sein Amt überparteilich „mit der Macht des Wortes“ geführt und genieße bei den Bürgern hohes Ansehen. Spekulationen über konkrete Namen bei der nun folgenden Suche hätten zum jetzigen Zeitpunkt aber „eher den Effekt, potenziell erfolgreiche Kandidaturen zu verhindern“.

 Auch Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben warb für Überparteilichkeit. „Am besten wäre eine Person, die so kluge und witzige Reden wie Norbert Lammert (CDU) hält, die außenpolitische Erfahrung von Frank-Walter Steinmeier (SPD) mitbringt, so viel Herzlichkeit wie Claudia Roth (Grüne) ausstrahlt und einen Migrationshintergrund wie Cem Özdemir (Grüne) mitbringt.“ SSW-Fraktionschef Lars Harms hält sowohl Wolfgang Schäuble (CDU) als auch Lammert und Steinmeier für geeignet.

 Für FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki dagegen verfügt Schäuble „nicht über die notwendige Integrationsfähigkeit“. Dagegen wollte sich Daniel Günther, CDU-Chef im Parlament, zur Nachfolgefrage „aus Respekt vor Amt und Person“ nicht äußern. Spitzen der Unionsfraktionen von Bund und Ländern, die derzeit in Lübeck tagen, befürworten indes einen gemeinsamen Kandidaten von CDU und CSU als „ein gutes Fundament der neu gewonnenen Einigkeit“. Kritisch äußerte sich Patrick Breyer (Piraten): „Gaucks Einsatz für Freiheitsrechte bleibt meist in Diktaturen der Vergangenheit verhaftet.“

 Bundestagsabgeordnete aus dem Norden äußerten sich unterschiedlich. Auf einen „breiten überparteilichen Konsens“ hofft der CDU-Abgeordnete Ingo Gädechens aus Ostholstein. Und der Möllner Konstantin von Notz (Grüne) hielte es für inakzeptabel, wenn die K-Frage zur „parteipolitischen Profilierung“ vor der Bundestagswahl genutzt würde. Dagegen plädierte die Lübeckerin Gabriele Hiller-Ohm (SPD) für eine Frau. Und ihre Fraktionskollegin Nina Scheer (Herzogtum Lauenburg) sprach sich sogar für eine rot-rot-grün getragene Kandidatin aus.

 Von Christian Hiersemenzel und Reinhard Zweigler

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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