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Land setzt auf Prävention

Deo-Schnüffeln Land setzt auf Prävention

Kinder und Jugendliche sollen in Schleswig-Holsteins Schulen und Freizeiteinrichtungen künftig stärker über die Gefahren des Schnüffelns aufgeklärt werden. Darauf haben sich die Fraktionen des Landtags jetzt nach monatelanger Diskussion geeinigt.

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Unsachgemäßer Gebrauch kann töten: In Großbritannien tragen die Deosprays einen Warnhinweis. Hierzulande fand der Vorschlag, die Dosen damit zu bedrucken, keinen großen Anklang.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Anlass war der Tod einer Schülerin aus Kronhagen im Frühjahr 2015: Die 13-jährige Judith hatte Deo-Treibgas inhaliert und war daran erstickt. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen.

Die CDU hatte die Landesregierung ursprünglich auffordern wollen, sich im Bundesrat für Warnhinweise auf Behältern von Deosprays, Nagellack und Parfüms einzusetzen. Damit konnte sie sich allerdings nicht durchsetzen. Die Kritiker einer solchen Regelung nach englischem Vorbild wiesen immer wieder darauf hin, dass sich Jugendliche auch von einem solchen Abdruck nicht abhalten lassen würden.

Warnung vor scheinbar harmlosen Substanzen

Einig sind sich die Fraktionen im Kieler Landeshaus jedoch darin, dass die Prävention verstärkt werden muss. „Dabei ist im Besonderen über die lebensbedrohliche Wirkung von nur scheinbar harmlosen, in vielen Alltagsprodukten enthaltenen Substanzen einzugehen“, heißt es in der Aufforderung an die Landesregierung, die kommende Woche im Landtag verabschiedet werden soll. In die Aktivitäten seien die Landesstelle für Suchtfragen und das Bildungsinstitut für Lehrer IQSH einzubeziehen, wobei sich die Aufklärungsbemühungen gezielt auch an Eltern und Pädagogen wenden sollen.

„Als im vergangenen Jahr eine Schülerin auf tragische Weise durch das Schnüffeln ums Leben kam, hatten die wenigsten überhaupt davon gehört“, sagte Hans Hinrich Neve (CDU) am Donnerstag im Anschluss an die Sozialausschusssitzung des Landtags. „Deshalb müssen wir gerade Eltern intensiver über diese Gefahren aufklären.“ Marret Bohn (Grüne) würdigte die Eltern des verstorbenen Mädchens. Ihrer Courage, an die Öffentlichkeit zu treten, sei es zu verdanken, dass das Land nun verstärkt auf Aufklärung setzt. Es gelte, künftig ähnliche Fälle möglichst zu verhindern.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Nach dem Tod einer Schülerin
Foto: Familie E. aus Kronshagen trauert um die verstorbene Tochter Judith, die mit 13 Jahren an einer Überdosis geschnüffelten Deos starb.

Vier Wochen nach dem Tod der 13-jährigen Judith aus Kronshagen, die beim Schnüffeln von Treibgasen aus Deosprays erstickt war, wird sich der Landtag in Kiel mit dem Fall beschäftigen. Die CDU-Fraktion will die Prävention stärken und per Bundesratsinitiative Warnhinweise auf Sprayflaschen durchsetzen.

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