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Der Weg nach Norden

Flüchtlingsdrama Der Weg nach Norden

Erneut haben am Freitag Flüchtlinge die Fähren genutzt, um von Kiel und Travemünde direkt nach Schweden zu gelangen. Währenddessen strömen weiter Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein. Die Landesregierung überlegt nun, den Schlüssel für die Verteilung der Asylbewerber auf die kreisfreien Städte und Kreise zu ändern.

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Flüchtlinge am Stena-Line-Terminal in Kiel.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Allein in der Nacht zu Freitag standen 336 neue Asylbewerber vor der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster. Das Innenministerium in Kiel will deshalb eine weitere Erstaufnahmeeinrichtung in einer ehemaligen Kaserne in Glückstadt einrichten. Dort könnten 1200 weitere Menschen untergebracht werden. Auch in Lübeck sollen in Kürze 600 Plätze bereitstehen. Insgesamt würde das Land dann über 8280 Plätze in elf Erstaufnahmestellen verfügen – noch im Juni gab es nur die Zentrale Erstaufnahme in Neumünster mit 1500 Plätzen. Niemand weiß aber, ob diese 8280 Plätze auch für die Zukunft reichen werden. Damit die Flüchtlinge schneller regulären Wohnraum beziehen können, schlägt das Innenministerium eine Neufassung der Ausländer- und Aufnahmeverordnung vor. Darüber soll das Kabinett am Dienstag beraten. Ein Ergebnis könnte sein, dass Kreise und Städte mit Erstaufnahmeeinrichtungen mehr Flüchtlinge als bisher aufnehmen müssen. Das könnte den angespannten Wohnungsmarkt im Hamburger Umland entlasten. Außerdem könnten Wohnungsleerstände wie zum Beispiel in Neumünster und an der Westküste besser genutzt werden.

 Außerdem prüft das Landesverkehrsministerium, ob Flüchtlinge zu ermäßigten Preisen oder nach dem Beispiel Niedersachsens sogar kostenlos Bus und Bahn fahren dürfen. Dort müssen Flüchtlinge aus Erstaufnahmeeinrichtungen ab Oktober nichts für den öffentlichen Regionalverkehr zahlen.

 Am Freitagabend gingen erneut knapp 100 Flüchtlinge an Bord der Stena in Kiel, um nach Schweden zu gelangen. Auf KN-online.de berichtet unser Reporter Niklas Wieczorek an Bord fortwährend über die Reise. Freitagmorgen hatten bereits rund 180 Flüchtlinge mit der Stena Göteborg erreicht, weitere 200 waren mit Fähren aus Travemünde und Rostock nach Trelleborg gekommen. Während der Überfahrt hatten einige Flüchtlinge, die nach Norwegen und Finnland wollten, gedroht, von Bord zu springen – aus Angst, sich in Schweden registrieren lassen zu müssen. Das Fährpersonal konnte sie beruhigen: Die schwedische Migrationsbehörde hatte zugesagt, dass niemand zur Registrierung gezwungen werde.

Der Zugverkehr von Deutschland über Puttgarden undüber Flensburg nach Dänemark soll ab Sonnabend wieder laufen. Das teilte die Deutsche Bahn mit. Wegen möglicher Grenzkontrollen könne es jedoch zu Verzögerungen kommen.

Von Heike Stüben und Ulf B. Christen

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Stena-Line
Foto: Unser Reporter Niklas Wieczorek begleitet Flüchtlinge auf der Stena-Line in Richtung Göteborg.

Die Flucht über Kiel wird zur Regel: Auch am Freitagabend haben wieder rund 100 Flüchtlinge die Landeshauptstadt mit der „Stena Germanica“ ins schwedische Göteborg verlassen. Unser Reporter Niklas Wieczorek hat sie begleitet.

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