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Deutschland-Bonds sollen Landeskasse entlasten

Schleswig-Holstein Deutschland-Bonds sollen Landeskasse entlasten

Das hoch verschuldete Schleswig-Holstein bekommt etwas Luft. Nach jahrelangem Widerstand will die Bundesregierung den Weg für gemeinsame Bund-Länder-Anleihen – so genannte Deutschland-Bonds – freimachen. Für den Norden bedeutet das geringere Zinsen und Ersparnisse in Millionenhöhe.

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Deutschland-Bonds sollen Landeskasse entlasten

Quelle: dpa

Kiel. Für die neue schleswig-holsteinische Finanzministerin war es eine rundum gute Nachricht. „Hier ist der Durchbruch gelungen“, erklärte Monika Heinold (Grüne). Sie zeigte sich überzeugt davon, dass Schleswig-Holstein von den günstigeren Konditionen profitieren werde, die der Bund erhält. Auch Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sprach von einem „Fortschritt“. Gemeinsame Anleihen machten die Länder am Markt „deutlich attraktiver“ und führten dazu, dass die Finanzierungskosten sinken, sagte Albig, der unmittelbar nach seiner Wahl zum Regierungschef Mitte Juni gemeinsam mit seinen Länderkollegen einen erneuten Vorstoß bei der Kanzlerin unternommen hatte.

Der Spareffekt ergibt sich vor allem durch die Zinsdifferenz zwischen Bundes- und Länderanleihen. Weil Deutschland für Anleger als sicherer Hafen gilt, bekommt der Staat am Kapitalmarkt frisches Geld zu extrem günstigen Konditionen. Gerade erst in der vergangenen Woche stockte der Bund eine zweijährige Anleihe mit null Prozent Zinsen auf. Zum Vergleich: Im Januar platzierten die Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen, Rheinland-Pfalz und das Saarland eine Gemeinschaftsanleihe mit 1,625 Prozent. Dies gilt immer noch als sehr günstig. Mit dem Bund als starken und bekannten Partner können die Länder ihre Zinslast jedoch weiter drücken.

Ex-Finanzminister Wiegard ging von einem halben bis zu einem Prozentpunkt aus und schätzte die jährliche Entlastung auf 20 bis 40 Millionen Euro. Finanzministerin Heinold ist etwas vorsichtiger. Nach ihren Berechnungen dürfte die jährliche Zinsersparnis bei vier bis sechs Millionen Euro liegen. Wie es hieß, soll 2013 eine erste gemeinsame Anleihe am Markt platziert werden.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur