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Spitze der Landes-AfD steht zu Lucke

Kiel Spitze der Landes-AfD steht zu Lucke

Die Spitze der AfD Schleswig-Holstein setzt voll auf Parteichef Bernd Lucke. „Ohne ihn ist die Partei nicht vorstellbar“, sagt Generalsekretär Jürgen Joost.

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Die Spitze der AfD Schleswig-Holstein setzt voll auf Parteichef Bernd Lucke.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

Kiel. Lucke stehe für einen erfolgreichen inhaltlichen Kurs jenseits nationalistischer Töne und für gute Wahlergebnisse: „Er muss die Partei weiter führen.“ Es sei jetzt an Gegenspielerin Frauke Petry, einen Schritt auf Lucke zuzugehen. Dessen Vertrauter, Ex-Vorstand Hans-Olaf Henkel, habe dafür entsprechend die Hand gereicht. Ob Lucke jedoch den Parteitag am 13. Juni als Vorsitzender übersteht, sei fraglich: „Ich wage keine Prognose mehr.“

 Fast der gesamte Landesvorstand um die Vorsitzende und Europa-Abgeordnete Ulrike Trebesius hat den „Weckruf 2015“ unterschrieben. Trebesius hat die Initiative sogar selbst angemeldet und der Internetauftritt läuft über die Plattform der Kieler Firma Sport ID, deren Geschäftsführer Joost ist. „Der Weckruf soll die Partei nicht spalten, sondern retten“, sagt der Ex-CDU-Politiker: „Wenn sich die bürgerlichen Kräfte von uns abwenden und sich fundamentalistische rechte Kreise durchsetzen, dann war es das. Auch für mich persönlich.“ Bislang gebe es in Schleswig-Holstein zwar keine „gezielte Unterwanderung von rechts“, doch wie groß der Rückhalt der Basis für den Lucke-Kurs der Spitze ist, sei unklar. In den sozialen Netzwerken gebe es bereits „die üblichen Tiraden“, die direkten Rückmeldungen von Mitgliedern seien jedoch überwiegend positiv, sagt Joost. Auf seiner Facebook-Seite wurde gestern allerdings ein Parteiausschlussverfahren gegen sämtliche Weckruf-Unterzeichner gefordert.

 Schnell aufklären will der Generalsekretär die aktuellen Vorwürfe der Grünen im Landtag. Nach Angaben des innenpolitischen Sprechers Burkhard Peters wurden auf dem AfD-Kreisparteitag Herzogtum Lauenburg am Wochenende Karikaturen verteilt, die in der Nazi-Tradition des „Stürmers“ stehen. Außerdem soll sich Vize-Landeschef Hasso Füsslein aktiv um eine Mitgliedschaft des ehemaligen NPD-Mitglieds Kay Oelke bemüht haben. „Das wird zu klären sein“, sagt Joost. Laut Satzung dürfen Ex-NPD-Mitglieder in der AfD nicht mehr aufgenommen werden.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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