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Die umtriebige Ministerin

Monika Heinold Die umtriebige Ministerin

Finanzministerin Monika Heinold läuft sich schon als Spitzenkandidatin der Nord-Grünen warm. Die Landes-Kassenwartin lässt derzeit kaum eine Gelegenheit aus, um sich öffentlich zu präsentieren.

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Grüne Parteifreunde: Sollte Robert Habeck nach Berlin gehen, könnte Heinold die Lücke füllen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Sie eröffnet die Ringelgans-Tage, präsentiert an nur einem Tag ihren Alterseinkünfterechner in Henstedt-Ulzburg, Ahrensburg und Schwarzenbek, wirbt für die Spendenplattform oder spricht auf einer Landesveranstaltung zur UN-Behindertenrechtskonvention.

 „Ich bin eine Finanzministerin, die sich nicht ausschließlich hinter Zahlen und Akten im Ministerium vergräbt, sondern die mit den Bürgerinnen und Bürgern im Kontakt steht“, betont Heinold. „Nur wenn ich mit den Menschen rede, weiß ich, wo der Schuh drückt.“

 Auf die andere Hälfte der Wahrheit wird selbst im Umfeld der Ministerin hingewiesen. Heinold soll die Nord-Grünen in die Landtagswahl 2017 führen, ist bislang aber nicht so bekannt und schon gar nicht so populär wie Umweltminister Robert Habeck. Der Obergrüne, das Gesicht der Öko-Partei bei der Wahl 2012, will im kommenden Jahr aber nach Berlin wechseln. Bei den Grünen gilt es als sicher, dass Heinold die Habeck-Lücke nicht völlig stopfen kann. Die Ministerin gehört zwar zu den Leistungsträgern im Kabinett und ist als Fachpolitikerin hoch angesehen, aber anders als Polit-Charmeur Habeck ist sie nur selten in der Lage, die Herzen von Menschen im Sturm zu erobern. Heinold dürfte das wissen und versucht, ihr Manko durch viele öffentliche Termine so weit wie möglich wettzumachen. In Gefahr ist ihr Aufstieg ohnehin nicht. Weil es bei den Grünen keine Alternative zu Heinold gibt, dürfte die Öko-Partei die gelernte Erzieherin im Herbst als Spitzenkandidaten nominieren und Ende Januar an die Spitze der Landesliste wählen.

 Rückendeckung bekommt Heinold aus der Landtagsfraktion. „Gerade, wenn Teile der Bevölkerung über ,die da oben’ meckern, ist es doch super, wenn eine Finanzministerin Politik vor Ort in der Kita und im Seniorenbeirat erklärt“, meint Fraktionschefin Eka von Kalben. Bei der Opposition kommt die PR-Offensive der 57-jährigen Ministerin naturgemäß nicht so gut an. „Andere Finanzminister nutzen ihre Arbeitszeit, um Kostensenkungen im Regierungsapparat durchzusetzen“, bemängelt der CDU-Finanzexperte Tobias Koch. „Frau Heinold fährt lieber durchs Land und übergibt Schecks.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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