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Albig fährt die dickste Limousine

Dienstwagen-Check Albig fährt die dickste Limousine

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) ist am umweltfreundlichsten unterwegs, Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am umweltschädlichsten. Das ergab ein Vergleich der Dienstwagen mit Blick auf den CO2-Ausstoß.

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Die Landesregierung setzt auf Dieselautos, um Spritkosten zu senken. Die Leasingverträge werden ausgeschrieben und laufen meist ein Jahr.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Finanzministerin Monika Heinold ist zumindest beim Dienstwagen eine echte Sparkommissarin. Die Grüne fährt mit ihrem Audi nach dem aktuellen Öko-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in der Kieler Regierungslimousine, die am wenigsten Sprit verbraucht und als einzige die Klimavorgaben der EU einhält. Im Bundesvergleich kommen die Nord-Politiker insgesamt mit einer Schramme davon. Sie landen im besseren Mittelfeld.

 „Als Finanzministerin bei der Umwelthilfe auf Platz eins zu stehen, versüßt mir den Tag“, sagte Heinold. „Da lacht mein grünes Herz.“ Chauffieren lässt sie sich in einem Audi A6 (Grundmodell ab 49200 Euro). Die Drei-Liter-Maschine verbraucht laut Audi auf 100 Kilometern nur 4,4 Liter Diesel und pustet je Kilometer 116 Gramm Kohlendioxid in die Umwelt. Heinold erfüllt damit die CO2-Vorgabe der EU (höchstens 130 Gramm), die Umweltminister Robert Habeck knapp reißt. Der Audi des Grünen stößt 133 Gramm Kohlendioxid je Kilometer aus.

 Am umweltschädlichsten ist im Norden Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) unterwegs. Der CO2-Ausstoß seines Audi A8 quattro (Grundmodell ab 82800 Euro) liegt bei 158 Gramm. Albig rangiert damit im Vergleich der 16 Länderfürsten auf Platz fünf, gemeinsam mit Erwin Sellering (Mecklenburg-Vorpommern) und Dietmar Woidke (Brandenburg). Das umweltfreundlichste Auto fährt laut DUH Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (Mercedes E220, 102 Gramm), die größte Dreckschleuder Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (Mercedes S600, 268 Gramm). Ihr Auto ist allerdings besonders gepanzert.

 Albig, der auf seiner Wirtschaftsreise gestern in Japan eintraf, ist mit dem Ergebnis des Wagenchecks offenbar zufrieden. „Derzeit sind keine Veränderungen bei den Dienstwagen geplant“, teilte ein Regierungssprecher mit. Albigs Versprechen beim Amtsantritt 2012, auf kleinere und sparsamere Limousinen umzusteigen, hat er laut DUH-Statistik im Kern erfüllt. Sein Vorgänger Peter Harry Carstensen (CDU) saß in einem höher motorisierten Audi A8 (199 Gramm CO2). Auch die Gesamt-Öko-Bilanz des Regierungsfuhrparks hat sich verbessert. Unter Carstensen betrug der CO2-Ausstoß zuletzt im Schnitt 184 Gramm, unter Albig liegt er bei 143 Gramm. Dieser Wert ist seit 2012 allerdings fast unverändert, beschert Schleswig-Holstein im Ländervergleich Platz sechs.

 Die DUH befragte bundesweit 231 Spitzenpolitiker und vergab bei ihrem bereits zehnten Dienstwagen-Check nur acht „grüne Karten“, allesamt an Politiker mit Benzin-Hybrid-Autos. Schleswig-Holstein ging folgerichtig leer aus, weil Albig und Co. aus Kostengründen Dieselautos fahren und damit laut DUH Zweifel an den Herstellerangaben zum Schadstoffausstoß bestehen.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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