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Geißler für die Homo-Ehe

Druck auf Merkel Geißler für die Homo-Ehe

Heiner Geißler kritisiert den Streit in der Union über die Homo-Ehe. Der als Querdenker bekannte ehemalige CDU-Generalsekretär (1977-1989) und Familienminister (1982-1985) hält ihn für unnötig. Von Dieter Wonka

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Querdenker, unbequeme Polit-Ikone, aber zuletzt immer wieder auch Schlichter: der 85-jährige Heiner Geißler.

Quelle: dpa

Wäre die gleichberechtigte Ehe nicht ein ideales Startobjekt für Schwarz-Grün auf Bundesebene im Jahr 2017?

 Es wäre schade, wenn Schwarz-Grün nur die volle Durchsetzung einer Homo-Ehe als gemeinsames Ziel hätte. Aber grünes Licht für eine gleichberechtigte Ehe für alle wäre jedenfalls ein richtiges und wichtiges Zeichen.

Sie wissen schon, dass es viele Bürger gibt, denen dieser Gedanke Unbehagen auslöst.

 Es stimmt, das entspricht nicht den traditionellen Vorstellungen von Ehe. Vor allem Vertreter der katholischen Kirche haben damit große Probleme. Aber auch sie werden sich damit abfinden müssen, dass man die Ehe nicht sakramentalisieren darf. Es gibt doch auch zahlreiche Ehebündnisse von Männern und Frauen, die gar nicht die Absicht haben, Kinder zu zeugen.

Dazu fällt mir spontan das Ehepaar Angela Merkel und Joachim Sauer ein?

Mir nicht. Wir wissen nie, warum Ehepaare kinderlos sind. Aber wenn die Ehe nur dann eine Ehe wäre, wenn Kinder da sein sollen, dann wäre eine Ehe zwischen 60- oder 70-Jährigen ja auch naturwidrig. Sie sehen, es ist vorschnell und falsch zu sagen, zwei Männer oder zwei Frauen können nicht voll gleichberechtigt mit anderen in einer Ehe lebenslang zusammenleben. Außerdem steht die Ehe auch für eines der dunkelsten Kapitel in unserer Gesellschaft.

Was meinen Sie?

Ich rede von der häuslichen Gewalt in der Ehe. Die gibt es auf der ganzen Welt, natürlich auch in Deutschland. Die Ehe ist der gefährlichste Ort für Körperverletzung, aber auch für sexuellen Missbrauch. Über ein Drittel der Frauen hat nach eigenen Angaben in der Ehe Gewalt meist sexueller Art erfahren.

Für manche in der Union ist die bürgerliche Vorstellung von der klassischen Ehe der letzte Kitt, der die Partei als konservative Wertegemeinschaft noch zusammenhält.

Die CDU ist keine konservative Partei, sondern eine christlich-demokratische Union, die konservative, soziale und liberale Elemente in sich vereinigt.

Bei Atomenergie und Wehrpflichtarmee wurden bereits Tabus gebrochen.

Die Atomenergie und die allgemeine Wehrpflicht haben nie zum Markenkern der CDU gehört. Es gibt eine Sache, die sich im Sinne des angeblichen Tabubruchs weiterentwickelt hat. Die CDU hat auf die unbestreitbare Tatsache reagiert, dass in unserem Wirtschaftssystem eine Familie ökonomisch nicht überleben kann, wenn nur einer arbeitet. Es müssen beide arbeiten, damit das Familieneinkommen ausreicht. Darauf muss die Gesellschaft eine Antwort geben. Ich habe als Familienminister mit dem Erziehungsurlaub und dem Erziehungsgeld begonnen, und Ursula von der Leyen hat den Ausbau der Kitas vorangetrieben. Hätte die CDU nicht so reagiert, hätte sie gegen das christliche Menschenbild verstoßen.

Angela Merkel ist also gar keine große Modernisiererin?

Doch. Und zwar deswegen, weil sie Gott sei Dank keine Betriebswirtin oder Volljuristin ist, sondern eine Naturwissenschaftlerin. Es war einer der mutigsten Schritte von Politik, dass Angela Merkel die Energiewende eingeleitet hat.

Irgendwann wird sich die gleichberechtigte Ehe für alle also auch in der Union durchsetzen?

In dieser Gewissensfrage darf es keinen Fraktionszwang geben, und Frau Merkel wird auch in Zukunft eine eigene Meinung haben.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Eine Regenbogenfahne weht vor dem Bundesrat, der über die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften berät.

Der Bundesrat hat die Bundesregierung aufgefordert, homosexuelle Partnerschaften komplett mit der Ehe gleichzustellen. Das bedeute auch ein volles gemeinschaftliches Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare.

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