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Erneut ein Traumjahr für Schleswig-Holstein

Tourismus Erneut ein Traumjahr für Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein hat 2015 so viele Urlauber angelockt wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl der Gäste-Ankünfte kletterte auf 7,31 Millionen und übertraf damit das Ergebnis des Topjahres 2014 um vier Prozent. Bei den Übernachtungen gab es ein Plus von 2,8 Prozent auf 27,8 Millionen.

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Urlauber zieht es an Schleswig-Holsteins Strände.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Auf den ersten Blick widersprüchlich dazu ist die jüngste Tourismusanalyse des Hamburger BAT-Instituts für Zukunftsforschung. Danach hat der „echte Norden“ bei Bundesbürgern als Ziel für die Haupturlaubsreise in den vergangenen zehn Jahren an Attraktivität verloren. Größter Gewinner ist demnach Mecklenburg-Vorpommern.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) reagierte gelassen auf die Untersuchung, die auf einer Befragung von 4000 deutschen Urlaubern basiert: „Die harten Zahlen belegen eindeutig, dass der Tourismus in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren deutlich an Dynamik gewonnen hat.“ Dies gelte auch im direkten Vergleich mit der Konkurrenz in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Nach Angaben des Ministeriums ist die Zahl der Gäste-Ankünfte in Schleswig-Holstein in den vergangenen zehn Jahren um 38,6 Prozent gestiegen, Mecklenburg-Vorpommern hingegen könne lediglich auf ein Plus von 27 Prozent verweisen.

Fakt ist: Im direkten Vergleich liefern sich beide Bundesländer ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Mit über 29 Millionen Übernachtungen 2015 hat Mecklenburg-Vorpommern in absoluten Zahlen zwar die Nase leicht vorn, doch vor allem in den vergangenen vier Jahren hat Schleswig-Holstein kräftig aufgeholt. Meyer zeigt sich optimistisch, dass der Trend weiter steil nach oben geht: „Nicht zuletzt aufgrund von Sicherheitsbedenken wird Urlaub in Deutschland immer beliebter – dies ist eine Chance, die wir nutzen werden.“

Auch nach Überzeugung der Tourismus-Agentur bildet die BAT-Studie die Attraktivität des Urlaubslandes Schleswig-Holstein nur unzureichend ab: „Die größten Wachstumsraten verzeichnen wir in der Nebensaison und bei den Kurzreisen – zwei Aspekte, die in der Studie gar nicht berücksichtigt werden“, sagte TASH-Sprecher Marc Euler. Zudem könne das Land vor allem bei ausländischen Urlaubern immer stärker punkten. Gleichwohl belege die Untersuchung einmal mehr, dass Mecklenburg-Vorpommern für die hiesige Tourismuswirtschaft der schärfste Konkurrent sei.

Mit einem Jahresumsatz von rund 7,5 Milliarden Euro ist der Tourismus in Schleswig-Holstein nach wie vor ein ökonomisches Schwergewicht. Die größten Umsatzbringer sind mit Abstand der Tagestourismus aus dem Inland mit 2,6 Milliarden Euro und die Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben mit 2,4 Milliarden Euro.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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