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Hier beginnt ein neues Leben

Rantzau-Kaserne in Boostedt Hier beginnt ein neues Leben

In die Erstaufnahmeeinrichtung in der Rantzau-Kaserne sind die ersten 45 Flüchtlinge eingezogen – die meisten kommen aus dem Irak, Syrien und Afghanistan. Sie sind ausgelaugt und brauchen Hilfe. Und doch gibt es noch Hindernisse.

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Gut vorbereitet und vorbereit, Gutes zu tun: Maria von Glischinski ist die Leiterin des DRK-Betreuungsteams.

Quelle: Karsten Leng

Boostedt. Acht Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Neumünster, alles ausgebildete Verfahrens- und Sozialberater, stehen den Flüchtlingen als Betreuer zur Seite. In einer medizinischen Servicestelle werden mit Hilfe von Dolmetschern den Flüchtlingen bei Bedarf auch Termine bei Fachärzten in Neumünster vermittelt. In einer ehemaligen Turnhalle werden die Bewohner von einem Catering-Service täglich mit drei Mahlzeiten versorgt. Mitarbeiter Sargoun Al-Bazi ist ein wahres Sprachtalent und, wie sein Chef Hans-Jürgen Preißler meint, ein echter Glücksfall. Denn der gebürtige Iraker, der seit mehr als 20 Jahren in Groß Kummerfeld (Kreis Segeberg) lebt, spricht neben Deutsch fließend Englisch, Arabisch, Aramäisch und Kurdisch.

 Zu den Flüchtlingen gehört Armina Dila. Auch sie hofft darauf, in Deutschland ihre Familie wiederzufinden. Armina Dila wirkt angespannt und geschwächt. Sie sei aus Syrien mit einem komplett überladenen Boot über das Mittelmeer geflüchtet, berichtet sie. Ihr Mann und die drei Kinder seien bereits vor zwei Jahren geflüchtet und leben in Hamburg. „Ich hoffe, dass wir als Familie bald wieder vereint sind“, erklärt die Syrerin in gebrochenem Englisch. Jetzt sei sie aber zunächst froh darüber, dass sie den Kriegswirren in ihrem Heimatland unbeschadet entkommen konnte.

 Erst Ende des Jahres Platz für 500 Flüchtlinge

 In den kommenden Tagen wird der bisher einzig fertiggestellte Wohnblock mit rund 100 Flüchtlingen ausgebucht sein. Ab Mai werden zwei weitere der ehemaligen Kasernengebäude bezugsfertig. Dann bietet die Erstaufnahme rund 350 Flüchtlingen Wohnraum. „Erst Ende des Jahres verfügen wir mit dem zweiten Bauabschnitt über drei weitere Gebäude und können dann 500 Flüchtlinge in Boostedt aufnehmen“, erläutert Ulf Döhring, Leiter des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten, den zeitlichen „Fahrplan“.

 Das ist auch dringend notwendig. Seit Januar sind 3400 Asylbewerber nach Schleswig-Holstein gekommen und wurden in der bisher einzigen Landesunterkunft in Neumünster aufgenommen. Die Kapazität der Einrichtung musste mit Wohncontainern im Herbst des vergangenen Jahres kurzfristig von 400 auf 650 Wohnplätze aufgestockt werden. In Planung ist eine weitere Aufstockung mit 400 Wohnplätzen. Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) verschaffte sich am Donnerstag einen Eindruck über die Situation in der Neumünsteraner Einrichtung. „Flüchtlinge sind mehr als Haushaltszahlen. Es geht um Menschen, die unsere Hilfe brauchen.“

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