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Fall Jennrich überschattet Rechtsdialog

Rendsburger in China inhaftiert Fall Jennrich überschattet Rechtsdialog

Haft in China, Diplomatie und Kunst in Deutschland: Der Fall des Rendsburger Spediteurs Jennrich zieht weite Kreise. Das Auswärtige Amt nimmt den Fall sehr ernst. Die Regierung in Kiel betont den Wert des Dialogs.

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Haft in China, Diplomatie und Kunst in Deutschland: Der Fall des Rendsburger Spediteurs Jennrich zieht weite Kreise. Das Auswärtige Amt nimmt den Fall sehr ernst. Die Regierung in Kiel betont den Wert des Dialogs.

Quelle: privat

Berlin/Kiel. Der Fall des seit Monaten in China inhaftierten Kunstspediteurs Nils Jennrich aus Rendsburg ist voraussichtlich kommende Woche Thema beim deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog. Eine Sprecherin von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte am Freitag in Berlin, sie könnte sich „vorstellen, dass die Angelegenheit am Rande auch eine Rolle spielen wird“. Die Ministerin trifft sich ab Montag in München mit dem Leiter des chinesischen Rechtsamtes beim Staatsrat, Song Dahan. Schleswig-Holsteins Landesregierung rechnet fest damit, dass der Fall zur Sprache kommt. „Wir gehen davon aus, dass Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger in München das Thema anspricht“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) in Kiel der Nachrichtenagentur dpa.

Das undatierte Privatfoto zeigt Nils Jennrich. Seit mehr als 100 Tagen sitzt der deutsche Kunstspediteur in einem Gefängnis in Peking. Er soll den Zoll betrogen haben.

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Der 32 Jahre alte Jennrich sitzt seit drei Monaten in einer überfüllten Zelle in Peking. Ihm wird Beihilfe zum Zollbetrug vorgeworfen, Branchenkenner zweifeln jedoch an den Anschuldigungen. Die deutsche Botschaft stehe im engen Kontakt zu Jennrich und habe ihn zuletzt an diesem Freitag besucht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. „Wir nehmen diesen Konsularfall sehr ernst.“

Auch die schleswig-holsteinische Landesregierung ist aktiv. „Wir haben auf verschiedenen Ebenen Personen angesprochen, die wiederum ihre Kontakte und Kanäle nach China nutzen werden“, sagte Kultur- und Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW). „Wir hoffen, dass dies zu einer Lösung im Fall des jungen Schleswig-Holsteiners beitragen kann.“ Losgelöst von diesem Fall zeige dieses Beispiel einmal mehr, wie wichtig es ist, in der Kultur einen offenen und transparenten Dialog zu führen. „Für beide Seiten eines Dialogs gilt gleichermaßen, dass Handlungen und Argumente nachvollziehbar sein müssen“, sagte die Ministerin. „Wir haben viele kulturelle Kontakte nach China und wir wollen und werden diese guten Beziehungen in einem vertrauensvollen und freundschaftlichen Umgang miteinander pflegen und ausbauen.“

China spielt in diesem Sommer in Schleswig-Holstein eine besonders große Rolle in der Kunst: Es ist Länderschwerpunkt beim Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) und bei der Kunstausstellung NordArt in Büdelsdorf. Für die NordArt hat Jennrich Medienberichten zufolge vor seiner Verhaftung noch Kunstwerke geschickt. Der Länderschwerpunkt beim SHMF startet an diesem Sonnabend im Kieler Schloss. Zum Auftaktkonzert wird Ministerpräsident Albig eine Rede halten. Insgesamt werden an dem Musikfestival etwa 300 Künstler aus China mitwirken.

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