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Wirbel um eine Einladung an Torsten Albig

Firmenfeier von "Boy" Wirbel um eine Einladung an Torsten Albig

Ein geplanter Auftritt von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) beim „3. Kieler Forum Strategie und Kommunikation“ sorgt für Gesprächsstoff im Landeshaus und in der Agentur-Szene Kiels. Der Grund: Die Podiumsdiskussion wird von der Werbeagentur Boy organisiert.

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Im Januar trat das Paar erstmals gemeinsam öffentlich auf – beim IHK-Empfang in Kiel (ob.). Jetzt nimmt Albig an einer Gesprächsrunde teil, die die Agentur seiner Lebensgefährtin organisiert.

Quelle: Lukas Schulze

Kiel. Diese will im Zuge der Veranstaltung auch noch ihr Firmenjubiläum „Fast 15 Jahre Boy“ feiern. Im Interview mit den Kieler Nachrichten hatte Torsten Albig (52) Mitte Januar erstmals öffentlich vom Scheitern seiner Ehe und der neuen Frau an seiner Seite, der Kieler Unternehmerin Bärbel Boy (47), gesprochen. Nach dem Bericht der Kieler Nachrichten hatte die Liaison bundesweit Schlagzeilen gemacht. Unter anderem, weil Bärbel Boys Agentur für den umstrittenen Slogan „Der echte Norden“ verantwortlich zeichnet.

Torsten Albig hatte im Januar betont, ein Rahmenvertrag zwischen Land und Agentur sei 2014 gekündigt worden. Am 26. Mai stehen Regierungschef und Agenturchefin nun beide auf der Bühne in der Business-Lounge der Kieler Sparkassen-Arena – der Ministerpräsident ist prominentester Gast der Boy-Veranstaltung. Thema des Forums: „Krise – Begriffsinflation oder zu Recht diagnostizierter Dauermodus?“. Albig wird in der Einladung angekündigt „als gewählter Krisenmanager“, der über „das neue Wesen der Krise im politischen Alltag und den Mangel an Augenmaß“ sprechen wird. Neben ihm soll unter anderem auch Bischöfin Kirsten Fehrs an der Gesprächsrunde teilnehmen.

Hinter vorgehaltener Hand wird im Landeshaus und in der regionalen Wirtschaft über die Teilnahme von Torsten Albig getuschelt. Offene Kritik kommt von Daniel Günther, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag: „Das 15-jährige Jubiläum der Werbeagentur seiner Partnerin wird durch die Ankündigung des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten geadelt. Das Einzige, was an Albigs Auftritt passt, ist sein Thema: Er referiert über mangelndes Augenmaß.“

Oliver Boy, der die Werbeagentur trotz der Trennung von Bärbel Boy weiter gemeinsam mit ihr führt, versteht das nicht: „Es ist für uns nicht erkennbar, was Anlass für Kritik und Irritationen sein sollte, da Torsten Albig ja vielfältig an Medienveranstaltungen im ganzen Land teilnimmt.“ Im konkreten Fall sei der Ministerpräsident „ein außerordentlich geeigneter Teilnehmer für eine Podiumsdiskussion“, so Oliver Boy. „Frau Boy und Herr Albig leben zusammen und haben miteinander über die Veranstaltung gesprochen. Herr Albig fand das Thema und das Podium so spannend, dass er bereit war, als Diskutant bei der Veranstaltung mitzumachen“, teilt Oliver Boy schriftlich mit.

Auch die Staatskanzlei betont, es handele sich um eine rein private Teilnahme Albigs - allerdings steht er ausdrücklich als Ministerpräsident im Programm. „Er bringt die Erfahrungen ein, die er als langjähriger Pressesprecher des Bundesfinanzministeriums – unter anderem auf der Höhe der Bankenkrise – und Sprecher einer Bank sowie als Politiker gewonnen hat“, so Vize-Regierungssprecher Lars Erik Bethge. Albig habe „eine persönliche Einladung angenommen“, es gebe „keine Vorbereitung des Termins durch die Staatskanzlei“.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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