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Keine Einigung zur Wohnortpflicht

Flüchtlinge Keine Einigung zur Wohnortpflicht

Schleswig-Holstein will, dass Flüchtlinge im Land zwischen den Meeren heimisch werden. Ihre Integration wird Jahre dauern und eine dauerhafte Herausforderung bleiben, sagt Minister Studt. Eine Wohnortpflicht gebe es aber bisher noch nicht.

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Noch keine Entscheidung zur Zuweisungspflicht für Flüchtlinge: Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Heide. In der Debatte über eine Wohnortpflicht für anerkannte Flüchtlinge in Deutschland hat die Kieler Koalition noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Das sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes in Heide. Für eine gelungene Integration von Flüchtlingen wäre das so genannte Wohnortzuweisungsgesetz ein gutes Instrument, erklärte Studt. Wenn sich jedoch an einem anderen Ort die Möglichkeit für Arbeit oder Ausbildung biete, müsse es auch einen Weg aus der Wohnortzuweisung geben. Zudem müsse jede Art von Familienzusammenführung möglich sein.

Studt: "Vielfalt tut gut und macht stark"

Schleswig-Holstein habe großes Interesse daran, Zugewanderte mit Bleibeperspektive zu begrüßen, sagte Studt. „Vielfalt tut gut und macht stark.“ In einer gelebten Willkommenskultur lebten Menschen unterschiedlichster kultureller und religiöser Prägung friedlich und respektvoll nebeneinander. Heimat sei der Ort und das Umfeld, „mit dem wir uns verbunden fühlen und identifizieren: Heimat bildet den Rahmen von Familie, Freundschaften und Nachbarschaften“. Dazu gehörten Sprache, Arbeit, Bildung, Kultur und soziale Infrastruktur.

„Die Integration von Flüchtlingen wird Jahre dauern und wird eine dauerhafte Herausforderung bleiben“, betonte der Minister. Integration finde größtenteils unaufgeregt und ohne große Schlagzeilen im nachbarschaftlichen Zusammenleben, in Bildungseinrichtungen, Vereinen oder am Arbeitsplatz statt.

Willkommenskultur sei ein "bemerkenswertes Zeichen"

Im vergangenen Jahr seien rund 55.000 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein angekommen, erklärte Studt. 35.000 seien noch da, die anderen 20.000 seien auf andere Bundesländer verteilt worden. Dazu kamen den Angaben zufolge mehr als 60.000 Transit-Flüchtlinge, die unter anderem nach Skandinavien reisen wollten.

Studt lobte die Willkommenskultur im nördlichsten Bundesland: Schleswig-Holstein habe „mit viel bürgerschaftlichem Engagement ein bemerkenswertes Zeichen für Integration und gegen Ausgrenzung gesetzt“. Er habe im vergangenen Jahr an vielen Orten immer wieder erlebt: „Die Schleswig-Holsteiner sind da, wo sie gebraucht werden.“

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