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Leichterer Zugang zu Hochschulen

Flüchtlinge Leichterer Zugang zu Hochschulen

Derzeit steht in Schleswig-Holstein die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge im Vordergrund. Vieles muss improvisiert werden. Das Wissenschaftsministerium macht sich Gedanken um die Zukunft — und um einen strukturierten Zugang zu den Hochschulen.

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Gesundheits- und Sozialministerin Kristin Alheit (SPD).

Quelle: Carsten Rehder/Archiv

Kiel. Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) will Flüchtlingen den Zugang zu Hochschulen erleichtern. Viele hoch qualifizierte Menschen kämen nach Schleswig-Holstein, die eine Hochschulzugangsberechtigung erworben oder sogar ein Studium begonnen hätten, sagte Alheit am Montag in Kiel. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diesen Menschen Wege an die Hochschulen zu eröffnen.“

Es gehe darum eine Perspektive zu schaffen, jenseits der derzeit nötigen Sofort-Maßnahmen. Zielgruppe seien in erster Linie anerkannte Asylbewerber. Aber auch Asylsuchende und geduldete Menschen habe man durchaus im Blick, sagte die Ministerin.

Dazu hat das Ministerium ein Maßnahmenpaket geschnürt, das unter anderem Zugangserleichterungen sowie umfassende Informationen zum Studium und seiner Finanzierung enthält. So bittet das Ministerium die Hochschulen beispielsweise um eine möglichst unbürokratische und flexible Handhabung von Fragen, die mit der Aufnahme von Flüchtlingen zusammenhängen. Außerdem ist eine Erweiterung des Studienkollegs geplant.

Für Flüchtlinge, die ein Studium nur deswegen nicht aufnehmen können, weil etwa Einschreibungsfristen nicht einghalten werden können oder ihr Status noch nicht abschließend geklärt ist, soll es einen sogenannten „offenen Hörsaal“ geben. Sie sollen als Gasthörer Lehrveranstaltungen besuchen und Prüfungen ablegen dürfen, die bei einem späteren Studium anerkannt werden.

Auch wenn Studierende Flüchtlingen helfen, soll dies nach Ansicht Alheits honoriert werden. Denkbar sei beispielsweise, die Höchstdauer für die BAföG-Förderung zu honorieren oder spätere Prüfungen möglich zu machen. Die Hochschulkommission will nach Angaben Alheits am Dienstag über die verschiedenen Maßnahmen beraten.

Wie viele Menschen die Angebote künftig annehmen werden, sei nicht absehbar, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer. Es werde davon ausgegangen, dass etwa 50 Prozent der Flüchtlinge, die ins Land kommen, bleiben. Etwa 10 bis 15 Prozent von ihnen haben einer aktuellen Studie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von 2014 einen akademischen Hintergrund.

In diesem Jahr sind nach Angaben des schleswig-holsteinischen Innenministeriums bis Mitte September 20 000 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein gekommen.

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