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Neue Herausforderung für Schulen

Flüchtlingskinder Neue Herausforderung für Schulen

Das Kieler Bildungsministerium geht davon aus, dass aufgrund des Flüchtlingszustroms bis zum Jahresende mindestens 10400 Kinder und Jugendliche zusätzlich beschult werden müssen. „Wenigstens 20 Prozent der Geflüchteten“ seien prognostisch im schulpflichtigen Alter, heißt es in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Heike Franzen.

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Zwei Flüchtlingsmädchen in einer Sprachlernklasse.

Quelle: dpa

Kiel. Genau aufbereitete Daten lägen nicht vor. Aktuell leben in Schleswig-Holstein etwa 27000 Flüchtlinge, bis Jahresende werden weitere 25000 erwartet. Bis die Schüler das Sprachniveau haben, um in regulären Klassen beschult zu werden, müssten sie ein Jahr intensiv an speziellen Zentren gefördert werden.

 Ein zusätzlicher Raumbedarf an Regelschulen sei derzeit nicht im Einzelnen abzuschätzen, heißt es. Sollte es zu Engpässen kommen, unterstütze das Bildungsministerium die Schulen bei der Suche nach Lösungen. Auf Antrag würden zinsgünstige Darlehen aus dem Kommunalen Investitionsfonds gewährt. Wie die bis zu 280 Lehrerstellen auf die Schularten verteilt werden, sei im Übrigen noch nicht entschieden. Franzen bezeichnete es am Montag als erschreckend, dass die Landesregierung keine genauen Zahlen vorlegen kann, und sagte, dass die Schulen an ihre Leistungsgrenzen stießen. „Wir wissen heute schon, dass viele Klassen im Bereich Deutsch als Zweitsprache überfüllt sind und dadurch nur unzureichend auf die Bedürfnisse von Flüchtlingskindern eingegangen werden kann.“ Ihre Besuche dort hätten gezeigt, dass „die 480 zusätzlichen Lehrkräfte, die die CDU-Landtagsfraktion fordert, definitiv gebraucht werden“.

 Franzen forderte, das Fortbildungsangebot für Lehrer im Umgang mit traumatisierten Kindern auszubauen. Das Ministerium hatte darauf verwiesen, dass es für Lehrer und Erzieher durchaus Fortbildungen gebe, um traumatisierte Kinder zu erkennen. Allerdings bedürfe die Bearbeitung von psychischen Traumata einer speziellen Qualifikation. „Sie ist daher anderen Professionen vorbehalten und gehört nicht zu den Aufgaben von Lehrkräften und Erziehern.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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