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Balkan-Banden missbrauchen Asylrecht

Flüchtlingskriminalität Balkan-Banden missbrauchen Asylrecht

Trotz der Flüchtlingskrise verzeichnet das Landeskriminalamt im Zusammenhang mit Asylbewerbern keinen nennenswerten Anstieg der Kriminalität. Seit dem 1. September werden solche Fälle von der Polizei statistisch gesondert erfasst: Bis zum Freitag kam es zu knapp 900 Strafanzeigen.

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Interne Streitigkeiten zwischen unterschiedlichen Ethnien der Flüchtlinge machen Heiko Hüttmann vom Landeskriminalamt Sorgen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dies sei aber angesichts von mehr als 30000 Hilfesuchenden in Schleswig-Holstein keine signifikante Häufung. Bei der Hälfte der Fälle handelt es sich um Eigentumsdelikte. Sorgen bereitet der Polizei dabei die zunehmende Anzahl an Wohnungseinbrüchen durch Banden vom Balkan – darunter immer mehr Asylbewerber.

 Gerade mal zehn Prozent der Einbrüche würden aufgeklärt, hieß es. Die Banden nutzten die schwierigen Verhältnisse bewusst aus, sagte der Leitende Kriminaldirektor Peter Fritzsche. Das LKA bestätigte die Berichte der Kieler Nachrichten, wonach gegen eine vorwiegend aus Asylbewerbern bestehende Bande ermittelt wird, die in diesem Jahr fast alle in der Erstaufnahme in Neumünster Asylanträge gestellt haben – um danach Einbrüche im Norden zu verüben.

 Es gebe jedoch auch Straftäter, die als Touristen bereits mit krimineller Absicht einreisten und erst dann Asylantrag stellten, wenn ihnen nach einer Anzeige die Abschiebung drohe. Es existierten weitere solcher Banden, erklärte das LKA, ohne Zahlen zu nennen. Kriminaldirektor Stephan Nietz stellte fest: „Es scheint gerade en vogue zu sein, mit der allgemeinen Flüchtlingswelle einzureisen.“ Das sei ein klarer Missbrauch des Asylrechts. „Man muss befürchten, dass sich kriminelle Strukturen auch in anderen Ethnien bilden“, sagte Fritzsche. Bislang allerdings hätten die Beamten dazu keine Erkenntnisse.

Spannungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen

 Heiko Hüttmann, bei der Landespolizei für die Besondere Aufbauorganisation Flüchtlinge zuständig, berichtete von zunehmenden Spannungen in der Enge der Erstaufnahme-Unterkünfte. Es gehe um interne Zwistigkeiten, um Konflikte zwischen Ethnien und Glaubensrichtungen. „Die machen uns Sorge.“ Man rechne damit, dass es dort in den kommenden Monaten „unruhiger wird“. Im Oktober hatte sich eine Schwangere in der Erstaufnahme Neumünster bei einem Streit so aufgeregt, dass sie eine Fehlgeburt erlitt. In Itzehoe kam es am Freitag zu einer Massenschlägerei mit sechs Verletzten.

 Unterdessen haben die Polizisten in diesem Jahr bislang 380000 Über- und Mehrarbeitsstunden angesammelt, teilte die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP mit.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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