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Zahl der Asylanträge geht stark zurück

Dänemark und Schweden Zahl der Asylanträge geht stark zurück

Während in Dänemark und Schweden die Zahlen der gestellten Asylanträge seit Einführung der Grenzkontrollen deutlich zurückgegangen sind, ist der Effekt in Deutschland noch nicht messbar. Eindeutig zurückzuführen ist der Rückgang darauf ohnehin nicht.

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Zeigen die Maßnahmen an den Grenzen, an denen auch dieser schwedische Zöllner arbeitet, Wirkung? In Dänemark und Schweden sind die Asylzahlen zurückgegangen.

Quelle: Morten Germund/dpa

Kiel/Kopenhagen/Stockholm. Seit Beginn der Grenzkontrollen am 4. Januar sind in den beiden skandinavischen Ländern die Zahlen der Menschen, die Asyl beantragen, drastisch gesunken. „Dänemark und Schweden haben den Asylkorken eingesteckt“, schreibt die dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ am Dienstag.

Das bestätigen die zuständigen Behörden Udlændingeministeriet in Dänemark und Migrationsverket in Schweden. Waren es am 4. Januar, zu Beginn der Kontrollen, noch 331 Asylsuchende, die ihren Antrag in Schweden stellten, und 109 in Dänemark, so sanken diese Zahlen nach den vergangenen zwei Wochen auf 76 bzw. 19 Personen.

Deutliche Schlussfolgerung schwierig

Zwar blieben beide Länder zurückhaltend mit einer Bewertung, wie ausschlaggebend die Kontrollen für die sinkenden Zahlen tatsächlich waren. Doch vor allem in Schweden gehen Migrationsverket und Polizei unmissverständlich von Auswirkungen der Kontrollen aus: „Wir gehen davon aus, dass die Passkontrollen einen Einfluss darauf haben, wie viele in Schweden um Asyl ersuchen, aber es ist zu früh, um genau zu sagen, wie groß der Effekt ist“, sagte Alexandra Elias, Pressesprecherin im Migrationsverket.

Nicht nur dass sich die Witterungsbedingungen in den vergangenen Tagen merklich verschlechtert haben, auch erschweren einige Zahlen im Vergleich zwischen Schweden und Deutschland die Interpretation: So lag die Zahl der in der vergangenen Woche in Schweden gestellten Asylanträge zwar bei 930 - was im Vergleich zum November (mehr als 7000 Anträge) -  extrem anmutet. Doch war die Zahl in der Woche vor Einführung der Grenzkontrollen mit 2081 auch bereits deutlich niedriger.

Die sinkenden Zahlen gehen mit den niedrigen Temperaturen einher, die das Fortkommen auf der Reiseroute der Flüchtlinge erschweren: Zum Jahreswechsel fiel das Thermometer laut „Wetter Online“ im südschwedischen Malmö erstmals unter Null, nachdem es im Dezember mehrfach sogar über zehn Grad Celsius geklettert war. In Dänemark gab es im Dezember mehrere heftige Schneefälle.

Auch in Deutschland deutlicher Rückgang

Auch die Asylanträge in Deutschland gingen schon im Dezember merklich zurück: 46 730 Erstanträge gab es laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im letzten Monat des Jahres 2015. Im November waren es noch 55 950 Personen. Für Schleswig-Holstein bedeutete das: Im November waren es, nach dem Königsteiner Schlüssel, der die deutschlandweite Verteilung der Flüchtlinge regelt, 2014 Asylanträge für das Land. Im Dezember sank die Zahl auf 1721.

Vergleichbare tagesaktuelle Zahlen zur Ab- oder Zunahmen, wie die Kollegen in Skandinavien sie veröffentlicht, erfasst das Bundesamt allerdings nicht: Auf aussagekräftige Zahlen für das neue Jahr wartet man in Deutschland und Schleswig-Holstein wohl noch bis Anfang Februar. In Dänemark, wo die Passkontrollen vor allem in den Grenzregionen zu Deutschland und Schweden weiterhin heftig umstritten sind, stellt sich derweil eine ganz andere Frage: Wie lange kann die Regierung Grenzkontrollen angesichts der so stark fallenden Asylzahlen überhaupt noch vertreten?

Asylzahlen in Dänemark und Schweden
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Foto: Dänemarks Transportminister Schmidt verteidigt die Grenzkontrollen.

Dänemarks Transportminister Hans Christian Schmidt hat die Passkontrollen zur Eindämmung des Flüchtlingsandrangs an der deutschen Grenze verteidigt. Bei der Neujahrstagung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) in Oeversee am Wochenende sagte der liberale Politiker: „Es geht darum, Ruhe und Ordnung zu bewahren.“

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