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Lehrer fordern 1600 neue Stellen

Flüchtlingsprognose Lehrer fordern 1600 neue Stellen

Neue Flüchtlingsrekorde im Land: Nach einer bisher nicht offiziell bestätigten behördlichen Flüchtlingsprognose sollen in diesem Jahr bis zu 1,5 Millionen Menschen nach Deutschland kommen. Fakt ist: Die Landesregierung rechnet für Schleswig-Holstein mit bis zu 60 000 Flüchtlingen bis Jahresende.

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Die Schulen sind von dem Zulauf der Flüchtlinge nicht ausgenommen.

Quelle: dpa/ Archiv

Kiel. Allein im September haben sich 10000 Menschen in den Erstaufnahmelagern des Landes gemeldet. Das ruft die Lehrerverbände im Norden auf den Plan: Sie erwarten 20000 schulpflichtige Flüchtlingskinder und Jugendliche und fordern 1600 zusätzliche Lehrerstellen für den Sprachunterricht.

 „Die vom Bildungsministerium bisher für Flüchtlinge eingeplanten Lehrerstellen reichen bei Weitem nicht aus“, stellte Bernd Schauer, Geschäftsführer des Landesverbandes der Gewerkschaft für Erziehung Wissenschaft, fest. Auch Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologen-Landesverbandes, kommt auf genau den gleichen Stellenbedarf von 1600 Stellen.

 Die Rechnungen der Verbände basieren auf der Annahme von einem Drittel Flüchtlingen im schulpflichtigen Alter und zwölf Schülern, die in einer Klasse Deutsch als Zweitsprache (DaZ) erlernen. Das Bildungsministerium des Landes hingegen will bisherige Planungen nicht revidieren. Dort geht man von nur 20 Prozent Flüchtlingsschülern und DaZ-Klassen mit bis zu 20 Kindern aus. Ministerin Britta Ernst (SPD) sieht sich bereits „auf die anhaltend hohen Flüchtlingszahlen an schulpflichtigen Kindern vorbereitet“. Insgesamt stellt ihr Ressort 600 neue Lehrerstellen zur Verfügung: Neben dem Plus von 240 Planstellen zum laufenden Schuljahr gebe es 2016 zusätzliche 280 Planstellen sowie rund 80 Stellen an beruflichen Schulen.

 Kritisch beurteilt hingegen CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing die Lage: „Die Prognosen von bis zu 1,5 Millionen Flüchtlingen machen es nötig, das Thema der Zuzugsbegrenzung in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen.“ Ingbert Liebing wirft der Landesregierung „Wirklichkeitsverlust“ vor und fordert sie auf, endlich die Voraussetzungen zu schaffen, um diesen gewaltigen Flüchtlingsstrom zu bewältigen.

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