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Flüchtlingsunterkunft in Neugraben nur noch halb so groß

Migration Flüchtlingsunterkunft in Neugraben nur noch halb so groß

Mit dem zunehmenden Widerstand von Bürgerinitiativen und Bezirken gegen große Flüchtlingsunterkünfte kommen die Pläne des Hamburger Senats immer mehr ins Rutschen. Jetzt wird die Suche nach Flächen für kleinere Unterkünfte intensiviert.

Hamburg. Nach Protesten und scharfer Kritik von Anwohnern hat Hamburg seine Pläne für eine große Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Neugraben kräftig abgespeckt. Statt der geplanten 3000 Plätze der Folgeunterkunft "Am Aschenland II" sollen es jetzt nur noch 1500 sein, teilte die Sozialbehörde am Freitag mit. Die zentrale Erstaufnahme in einem benachbarten Baumarkt mit bis zu 720 Bewohnern sowie die Unterkunft "Am Aschenland I" mit 450 Plätzen sollen aber bleiben.

Die Bürgerinitiative "NEIN! zur Politik, JA zur Hilfe!" in Neugraben-Fischbek fordert, unter dem Strich höchstens 1500 Flüchtlinge im Stadtteil unterzubringen. Zusammen mit anderen Initiativen wurde eine Volksinitiative gegen Großunterkünfte in Hamburg gestartet. Diese sammelte innerhalb weniger Tage 26 000 Unterschriften. Gefordert werden dezentrale, kleine Unterkünfte und deren faire Verteilung über die Stadt.

Allein in Neugraben seien es an einem Wochenende 2100 gewesen, sagte der Sprecher der Initiative, Jan Greve. "Grundsätzlich begrüßen wir, dass sich der Senat bewegt." Allerdings sei das kein Verhandlungsergebnis sondern nur ein Angebot des Senats. Zusammengerechnet könnten auch nach der Reduzierung noch bis zu 2700 Flüchtlinge am Aschenland untergebracht werden. "Das sind immer noch zu viele für den Stadtteil."

Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD) twitterte: "Man bewegt etwas, wenn man pragmatisch und konstruktiv arbeitet." Insgesamt gibt es im Bezirk Harburg nach Angaben des Senats derzeit 5430 Plätze für Schutzsuchende. Der Sozialbehörde zufolge soll nun auch geprüft werden, ob die Zentrale Erstaufnahme in Neugraben geschlossen werden könne. Im Bezirk sollen in den Stadtteilen Marmstorf, Neuenfelde und Sinstorf weitere drei Unterkünfte mit zusammen 1100 Plätzen entstehen.

Insgesamt will Hamburg in diesem Jahr 39 000 zusätzliche Plätze schaffen. Zuvor hatte sich bereits der Bezirk Bergedorf gewehrt. Dort soll am Mittleren Landweg eine Unterkunft für 3400 Flüchtlinge entstehen. Die Bezirksversammlung beschloss vor einer Woche, die Zahl an diesem Platz auf maximal 2500 zu begrenzen. Weitere Flächen würden gesucht.

Die Zentrale Koordinierungsstelle für Flüchtlinge in Hamburg betonte, am Ende müsse die anvisierte Zahl neuer Plätze erreicht werden. Dafür werde jetzt die Suche nach möglichen Flächen auf dem gesamten Stadtgebiet intensiviert. In Neugraben müsse die Planung jetzt gründlich überarbeitet werden.

dpa

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