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Alheit setzt auf Millionen für exzellente Unis

Förderung der Wissenschaft Alheit setzt auf Millionen für exzellente Unis

Schleswig-Holstein möchte gleich fünf Uni-Projekte im größten und wichtigsten Bund-Länder-Förderprogramm unterbringen. Das kündigte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) in einer Regierungserklärung im Landtag an. Freuen darf sich insbesondere die Universität Kiel.

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Gleich vier Projekte der Uni Kiel profitieren von der neuen Hochschulförderung der Landesregierung.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Sie geht mit vier Projekten in den Wettbewerb. Die Koalition lobte Alheit, die Opposition beklagte Mängel und forderte zusätzliche Millionen für die neun Hochschulen in Schleswig-Holstein. In der Debatte nannte Alheit erstmals die Projekte für die dritte Exzellenzrunde, deren Gewinner eine Millionenförderung erhalten. Neben den bereits jetzt bestehenden Clustern für Ozeanforschung und Entzündungsforschung (beides Uni Kiel) bewerben sich auch die Nanotechnologie (Uni Kiel) und die bisherige Graduiertenschule (Menschliche Entwicklung in Landschaften) um Zusatzmittel. Hinzu kommt ein medizinisches Verbundprojekt (Gehirn, Hormone), das die Uni Lübeck gemeinsam mit deutschen Partneruniversitäten auf die Beine stellt. „Das sind Innovationskerne mit hoher Strahlkraft“, betonte Alheit. Ziel sei es, langfristige, profilbildende Strukturen aufzubauen.

Für die Unis zahlt sich die Bewerbung schon heute aus. Sie erhalten laut Alheit mehr als elf Millionen Euro, um sich optimal auf den Wettbewerb vorbereiten zu können. Im Erfolgsfall gibt es viel Geld: Seit 2006 hat vor allem die Uni Kiel aus dem Programm 160 Millionen Euro erhalten, wobei der Bund 75 Prozent zahlt. Auch sonst schielt Alheit auf Berlin. Im Landtag gab sie bekannt, dass ihr Vorschlag für ein Bund-Länder-Förderprogramm für Fachhochschulen (wie berichteten) auf fruchtbaren Boden fällt. „Die ersten Reaktionen waren positiv.“ Die Ministerin erinnerte daran, dass die Regierung die Grundfinanzierung der Hochschulen schrittweise erhöhe.

Opposition kritisiert Hochschularbeit

Nach Ansicht der Opposition tut die Regierung zu wenig für die Hochschulen. CDU-Fraktionschef Daniel Günther sprach von einer „blöden Bilanz“. Nach dem Auftritt der Ministerin sei „immer noch nicht klar, was Anlass für die Regierungserklärung war“. Günther sprach von „reinen Worthülsen“ und stellte zehn Punkte der CDU für die Zeit nach der Landtagswahl vor. „Die Wahrheit ist, diese Landesregierung hat keinen einzigen Cent zusätzlich in die Hochschulen investiert.“ Die Union will in einem „Hochschulfreiheitsgesetz“ die Grundhaushalte der Unis und FHs erhöhen, die Infrastruktur verbessern und ihnen mehr Autonomie verschaffen. „Aufgeblähte Bürokratie“ werde abgeschafft.

Aus Sicht des FDP-Politikers Christopher Vogt ist das Ergebnis der Wissenschaft immer dann gut, wenn die Finanzausstattung hoch und die Autonomie groß ausfalle. „Alle Hochschulen im Land sind nach wie vor unterfinanziert.“

Einen Nachschlag verlangt auch die CAU. Sie bezifferte ihr strukturelles Defizit auf zehn Millionen Euro.

Von Ulf B. Christen und André Klohn

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Förderprogramm
Foto: Wissenschaftsministerin Kristin Alheit stellte am Donnerstag ein Millionenprogramm für die Entzündungsforschung in Schleswig-Holstein vor.

Mit einem Millionenprogramm für Top-Wissenschaftler will Schleswig-Holstein seine Führungsposition in der Entzündungsforschung festigen. Spezielle Professuren sollen Spitzenforscher an die Unis Kiel und Lübeck binden. Fünf Millionen Euro steuert das Land bei, drei Millionen beide Hochschulen und das Uni-Klinikum.

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