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G8: CDU fordert mehr Lehrer

Hohe Abbruchquote G8: CDU fordert mehr Lehrer

Der Bericht der Kieler Nachrichten über die hohe Abbruchquote im ersten G8-Jahrgang hat die Politik alarmiert. Die CDU forderte mehr Lehrkräfte, die FDP will den Gymnasien eine Rückkehr zum Langsam-Abi G9 ermöglichen.

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Viele Schüler halten dem G8-Druck nicht stand.

Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Kiel. SPD, Grüne und SSW räumten ein, dass der G8-Start „nicht optimal“ gewesen sei. Aber: Die Gymnasien hätten sich nun auf das Turbo-Abi eingestellt.

 Nach der Prognose des Schulministeriums werden von den gut 11200 Schülern, die 2008 an ein G8-Gymnasium wechselten, in diesem Sommer nur rund 6400 Abitur machen. Das sind lediglich 57 Prozent. Für den zweiten G8-Jahrgang gibt es keine belastbaren Zahlen. Das Ministerium geht zwar davon aus, dass im Sommer 2017 knapp 9200 G8-Schüler Abitur machen, kann aber nicht aufschlüsseln, wie viele davon aus dem Jahrgang 2009 stammen (knapp 11000 Schüler) oder aber Sitzenbleiber aus dem Start-Jahrgang 2008 sind.

 Die CDU warf SPD, Grünen und SSW vor, die Gymnasien „völlig unzureichend“ mit Personal auszustatten und kein Interesse an einem Erfolg von G8 zu haben. „Sie arbeiten am Scheitern der Gymnasien, um ihre Einheitsschule durchzusetzen“, sagte die CDU-Schulpolitikerin Heike Franzen. Ihre FDP-Kollegin Anita Klahn bezeichnete die Einführung von G8 als „wenig durchdacht und vollkommen überstürzt“. Die Planlosigkeit müssten die Kinder ausbaden. „Hinter jeder Schülerin und jedem Schüler, die ihr Abitur jetzt nicht schaffen, steht ein persönliches Schicksal“, mahnte Klahn. Sie forderte, die Gymnasien entscheiden zu lassen, ob sie G8, G9 oder eine Kombination aus beidem anbieten wollen.

 Die Lehrergewerkschaften gingen ebenfalls auf die Barrikaden. Die GEW verlangte, Schulreformen besser vorzubereiten und auch die Gymnasien personell besser auszustatten. „Wir brauchen in allen Schulen eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke.

 Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) verlangte, die Stofffülle in Gymnasien zu entrümpeln. „Wenn man G8 macht, muss man die Lehrpläne auflockern“, meinte der VBE-Landesvorsitzende Rüdiger Gummert. Aus Sicht des Philologenverbandes trifft die Gymnasien keine Mitschuld am G8-Destaster. „Die Schulen haben sich unglaublich viel einfallen lassen“, sagte Verbandschef Helmut Siegmon. Das Land habe aber nicht ausreichend Lehrkräfte bereitgestellt, die Schulträger nicht genügend Räume.

 Schulministerin Britta Ernst (SPD) fand für die G8-Bilanz freundliche Worte. „Rückblickend kann man sagen, dass die Verkürzung von G9 zu G8 nicht für jede Schülerin und jeden Schüler reibungslos funktioniert hat.“ Deutlicher wurde die Grünen-Schulpolitikerin Anke Erdmann. „Tatsächlich hat der erste Turboabi-Jahrgang in Schleswig-Holstein vielerorts einen Rumpel-Start hingelegt - mit übermäßigen Hausaufgaben nach langen Unterrichtstagen und unzumutbar schweren Schulranzen.“ Hier hätte man aus den Erfahrungen und Fehlern anderer Bundesländer lernen müssen, sagte Erdmann. „Die Zahlen legen nun nahe, dass die Startschwierigkeiten auf Kosten der Schüler gingen.“

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