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GEW: Kita-Ausbau nicht zu Lasten von Betreuungsqualität

Bildung GEW: Kita-Ausbau nicht zu Lasten von Betreuungsqualität

Ab August 2013 gibt es auch für Kinder unter Drei den Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot. Gewerkschaften und Sozialverbände warnen angesichts des Ausbaudrucks vor Qualitätsabbau.

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Kleinkinder einer Krabbelstube bei einem Ausflug.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv

Berlin. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte die Kultusminister auf, die Qualität der Kleinkinder-Betreuung nicht zu vernachlässigen. Unter dem Druck des kommenden Rechtsanspruches auf einen Kita-Platz und drohender Elternklagen dürfe der Ausbau der Kinderbetreuung nicht zu Lasten von Qualitätsstandards in der frühkindlichen Bildung gehen, sagte GEW-Vorstandsmitglied Norbert Hocke der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Berlin. Es gehe hier schließlich um ein- und zweijährige Kinder. Das erfordere Engagement und Zuwendung von qualifizierten Mitarbeitern.

Die Kultusminister beraten bei ihrem Treffen in Berlin (bis Freitag) auch über Konsequenzen aus dem neuen Bildungsbericht von Bund und Ländern. Die Autoren - namhafte Wissenschaftler - warnen darin angesichts des stockenden Kita-Ausbau vor der Einführung des Betreuungsgeldes. Zugleich wird auf Mängel bei der Qualifikation des Betreuungspersonals hingewiesen. So verfügten noch immer 41 Prozent der bei den Kommunen unter Vertrag stehenden Tagesmütter nicht über die Minimalanforderung eines 160-stündigen Qualifizierungskursus. Im Westen hat lediglich 67 Prozent des Betreuungspersonals in Kitas die Qualifikation als Erzieher. Im Osten sind dies 86 Prozent.

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) forderte eine nationale Bildungsstrategie zum Ausbau der frühkindlichen Bildung. Es reiche nicht aus, in einem Bildungsbericht nur die Probleme zu beschreiben. Matschie: "Wir brauchen dabei klare Prioritäten und keinen Betreuungsgeld-Irrweg, der das Zuhausebleiben von Eltern belohnt." Matschie forderte einen Kita-Gipfel zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) forderte die Bundesregierung bei einer Konferenz in Weimar auf, "das Schmierentheater um das Betreuungsgeld" zu beenden und das Geld in den Ausbau der Kindertagesstätten zu stecken". AWO-Chef Wolfgang Stadler warnte zugleich vor Billig- und Schnelllösungen, die zwangsläufig die Betreuungsqualität infrage stellten.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) verteidigte in der ARD das Betreuungsgeld. Zugleich kritisierte er, dass die für den Bildungsbericht beauftragten Wissenschaftler auch politische Aussagen gemacht hätten. Spaenle: "Das, so glaube ich, geht über den Auftrag ein Stück weit hinaus."

Unterdessen geht der koalitionsinterne Streit um das Betreuungsgeld weiter. Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner forderte in der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag) die CSU auf, das Betreuungsgeld solange zurückzustellen, bis der Haushalt ausgeglichen ist. "Wir haben im Koalitionsvertrag den Finanzierungsvorbehalt für alle Vorhaben", sagte Lindner.

dpa

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