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Polizei sagt Urhebern den Kampf an

Gerüchte Polizei sagt Urhebern den Kampf an

Die Landespolizei muss immer häufiger gefährliche Gerüchte über kriminelle Flüchtlinge dementieren. „Wer Falschmeldungen in die Welt setzt, will Ängste und Vorurteile in der Bevölkerung schüren“, sagt Uwe Keller vom Landeskriminalamt und kündigt ein konsequentes Vorgehen gegen die Urheber solcher bewussten Fehlbehauptungen an.

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Nach den Silvester-Vorfällen in Köln schießen teils abstruse Gerüchte über „vertuschte Straftaten“ von Flüchtlingen ins Kraut.

Quelle: Markus Boehm

Kiel. Die Massenvergewaltigung einer jungen Krankenschwester auf dem Nordmarksportfeld in Kiel, der Tod eines Neugeborenen nach einem Fensterwurf in Boostedt oder die sexuellen Misshandlungen einer Putzkraft in der Erstaufnahme-Einrichtung in Lübeck: Kaum ein Tag vergeht, an dem keine Schreckensmeldungen bei Facebook, Twitter oder auf einschlägigen Blogs die Runde machen. Zuletzt sorgte am vergangenen Wochenende der angebliche Tod eines Neonazis in Neumünster für Aufsehen. In der Facebook-Gruppe „Neumünster wehrt sich“ war behauptet worden, ein Teilnehmer sei von linken Aktivisten erschlagen worden. Die Polizei leitete umfangreiche Ermittlungen ein – mit dem Ergebnis: eine Fehlmeldung.

 Keine Einzelfälle, bestätigt Uwe Keller vom LKA. Mit System würden Gerüchte gestreut, „um Unruhe in der Bevölkerung zu stiften“, bekräftigt er. Soziale Foren im Internet bedeuten schnelle Kommunikation und große Reichweite. Das Problem liege jedoch darin, dass viele Menschen erreicht werden, deren Medienkompetenz oft nicht ausreichend ausgeprägt ist. „Mit solchen falschen Meldungen geht die Polizei entsprechend sehr sensibel um“, so Keller. Innenminister Stefan Studt (SPD) spricht von einer „hochgefährlichen“ Lage, „besonders jetzt, kurz nach den Ereignissen von Köln. Wer versucht, Flüchtlinge durch falsche Behauptungen mit Straftaten in Verbindung zu bringen, begeht selber Straftaten, die geahndet werden“, droht Studt. Das LKA betont, solchen Gerüchten konsequent nachzugehen.

 „In aufgeregten Zeiten brodelt die Gerüchteküche immer“, betont CDU-Innenexperte Axel Bernstein. Auch seine Fraktion würde immer wieder Hinweise auf vertuschte Skandale erhalten, die sich letztlich aber als haltlos herausstellen würden. „Dagegen hilft nur unverzügliche und absolut transparente Information zu allen Anlässen“, verlangt Bernstein.

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