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Gorbatschow sagt Kiel-Besuch ab

Gesundheitsprobleme Gorbatschow sagt Kiel-Besuch ab

Er sollte der Stargast sein bei der diesjährigen Verleihung des Weltwirtschatlichen Preises: Michail Gorbatschow, Erfinder von Glasnost und Perestroika – und Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung. Doch seit Montag steht fest: Der ehemalige Sowjetchef (84) kann die Auszeichnung des Instituts für Weltwirtschaft am 21. Juni in Kiel nicht persönlich entgegennehmen.

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Michail Gorbatschow muss aus gesundheitlichen Gründen den Besuch in Kiel absagen.

Quelle: Tobias Hase/dpa

Kiel.  „Auf Empfehlung seiner Ärzte musste Michail Gorbatschow die Entscheidung treffen, die für Juni geplanten Auslandsreisen abzusagen“, teilte die Gorbatschow-Stiftung mit. Der Präsident der Stiftung schätze die Auszeichnung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft „als hohe Ehre ein“ und danke Prof. Dennis Snower und der Jury des Weltwirtschaftlichen Preises.

 Der IfW-Präsident bedauert die Absage, kündigte jedoch an, den renommierten Politiker zu einem späteren Termin nach Kiel einzuladen: „Wir werden mit Herrn Gorbatschow in Kontakt bleiben, um ihn bei nächster Gelegenheit hier begrüßen zu können“, sagte Snower. Mit der Preisvergabe an Gorbatschow will die Jury – 25 Jahre nach der Deutschen Einheit und vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Moskau und dem Westen – auch politisch ein Zeichen setzen. Ziel sei es, gemeinsam Initiativen zur Verständigung zwischen Russland und Europa zu entwickeln, so der Institutschef: „Die Gemeinsamkeiten in unseren Wertevorstellungen hervorzuheben, wird dabei eine wichtige Rolle spielen.“

 Doch auch nach der Absage Gorbatschows bleibt die Preisvergabe 2015 ausgesprochen hochkarätig besetzt. Dabei sein zum Kieler-Woche-Auftakt werden Jeffrey Immelt, Vorstandschef von General Electric, Wirtschaftsnobelpreisträger Christopher Pissarides sowie Kristine und Douglas Tompkins, Umweltschützer und Gründer bekannter Marken wie Esprit und The North Face.

 Mit dem Weltwirtschaftlichen Preis ehren das Institut für Weltwirtschaft, die Stadt Kiel sowie die schleswig-holsteinischen Industrie- und Handelskammern seit 2005 Persönlichkeiten, die sich „im besonderen Maße auszeichnen durch ihr Vordenken und Vermitteln weltwirtschaftlicher Lösungsansätze, ihre Dialogfähigkeit und Dialogbereitschaft über ihre Fachgrenzen hinaus und ihr Eintreten für eine auf Eigenverantwortung basierende, sozial verantwortungsvolle Gesellschaft“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), die früheren Präsidenten von EU-Kommission und Europäischer Zentralbank, Jacques Delors und Jean-Claude Trichet, Norwegens Ex-Regierungschefin Gro Harlem Brundtland, mehrere Nobelpreisträger sowie Spitzen-Unternehmer wie Wendelin Wiedeking (Porsche), Ingvar Kamprad (Ikea), Dietmar Hopp (SAP) und Liz Mohn. (Bertelsmann).

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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