19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Habeck will Grundkonsens über Wölfe

Schleswig-Holstein Habeck will Grundkonsens über Wölfe

Die Wölfe in Schleswig-Holstein polarisieren. Umweltminister Robert Habeck will die Situation befrieden. Eine neue Hotline, der neue Runde Tisch und ein Fachmann sollen dabei helfen.

Voriger Artikel
Kommission empfiehlt Erhöhung der Abgeordnetendiäten
Nächster Artikel
Kieler Umweltausschuss stimmt für neues Hundegesetz

Die Wölfe in Schleswig-Holstein polarisieren.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. „Dass mehr Wölfe als angenommen auftauchen, wirft eine Reihe von Fragen für den praktischen Umgang mit der Situation auf. Diese werden wir gemeinsam mit den Beteiligten von Nutztierhaltern bis hin zum Naturschutz abarbeiten. Ziel ist es, einen möglichst breiten Grundkonsens zu finden“, erklärte der grüne Umweltminister Robert Habeck in Kiel. Kürzlich hat der neue Runder Tisch unter Federführung des Ministeriums erstmalig getagt. Es sei ein konstruktive Atmosphäre gewesen, berichtete Habeck.  „Das ist eine gute Basis, auch wenn es in einzelnen Fragen mit Sicherheit unterschiedliche Ansichten geben wird.“

Inhaltlich soll der Runde Tisch schrittweise Lösungen für einzelne Bereiche erarbeiten, die das Ministerium dann laufend in das Managementprogramm integriert. Erster Schwerpunkt werden die Fragen der Finanzierung und der Entschädigung sein, der praktische und rechtliche Umgang mit Ausnahmen vom im Bundesnaturschutzgesetz verankerten Tötungsverbot von Wölfen und die Problematik des Gnadenschusses. „Wir nehmen die Sorgen von Jägern und Veterinären ernst, die befürchten im Fall der Fälle einen verletzten Wolf nicht von seinem Leid erlösen zu können. Hier arbeiten wir an rechtssicheren Lösungen, die flächendeckend einen pragmatischen Umgang mit der Situation innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens ermöglichen“, sagte Habeck. Bei der Entschädigungsregelung will das Ministerium die EU-wettbewerbsrechtliche Obergrenze für Zahlungen überprüfen und gegebenenfalls dafür eine Genehmigung der EU-Kommission beantragen.

Es gibt aber auch praktische Änderungen. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Flintbek wird mit seinen im Land verteilten Außenstellen insbesondere als Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte dienen – die zentrale Telefonnummer lautet: (04347) 704-325. Außerdem übernimmt es die Aus- und Fortbildung der Wolfsbetreuer im Lande. Das Landesamt stellt auch die vom Lande vorgehaltenen sogenannten Notfallpakete für Nutztierhalter bereit.  Zur Unterstützung der ehrenamtlichen Wolfsbetreuer des Landes Schleswig-Holstein wird ein hauptamtlicher Koordinator zur Verfügung stehen, der sich um alle Belange der Wolfsbetreuer und ihrer Arbeiten im Rahmen ihrer Tätigkeit kümmern wird. Weiterhin hat sich das Land die Mitarbeit eines Fachwissenschaftlers gesichert. Er soll unter anderem erfassen wo welcher Wolf nachgewiesen wurde, aber auch die Landesregierung wissenschaftlich beraten und die Wolfsbetreuer mit seinem Fachwissen unterstützen. Das Wolfsinformationszentrum Eekholt steht mit seinen  Erfahrungen im Wolfsmanagement als Informations- und Bildungszentrum weiterhin als Ansprechpartner in Sachen Wolf zur Verfügung.  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3