7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
13.200 Polizisten schützen OSZE-Konferenz

Hamburg 13.200 Polizisten schützen OSZE-Konferenz

Mit einem der größten Polizeieinsätze in der Geschichte der Hansestadt sichert Hamburg die Tagung des OSZE-Ministerrats am 8. und 9. Dezember ab. Aus der Hansestadt und anderen Bundesländern werden 10.500 Polizisten zusammenkommen, sagte Polizeisprecher Timo Zill am Donnerstag. Weitere 2700 Einsatzkräfte stellt die Bundespolizei.

Voriger Artikel
Günther Fielmann Ehrenbürger von Schleswig-Holstein
Nächster Artikel
Meyer mahnt flexible Gestaltung der Arbeitswelt an

Informierte vor dem OSZE-Gipfel in Hamburg: Polizeisprecher Timo Zill.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg. Auch Hundertschaften aus Schleswig-Holstein unterstützen das Nachbarbundesland. Der Einsatz begann bereits am Donnerstag. Stetig fuhren Fahrzeuge aus anderen Bundesländern auf das Polizeigelände in Alsterdorf.

Zill sagte: „Es ist einer der größten Einsätze in der Geschichte der Polizei Hamburg.“ Zu der Konferenz sollen 80 Regierungsdelegationen anreisen, darunter 30 bis 40 Außenminister. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, es hätten sich knapp 50 Außenminister angemeldet. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat 57 Mitgliedsstaaten. Ihre Außenminister kommen einmal im Jahr zusammen, um über Lösungen für regionale Konflikte zu beraten. Im Zentrum des Hamburger Treffens wird der Konflikt im Osten der Ukraine stehen.

Ansprechpartner im Stadtgebiet

Die Polizei muss 85 Begleitungen hochrangiger Teilnehmer vom Flugplatz zum Hotel übernehmen. Die meisten Delegationen werden nur von einem Streifenwagen begleitet und gliedern sich in den normalen Straßenverkehr ein. Einige Kolonnen müssen jedoch so geschleust werden, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht zum Stillstand kommen. Dafür werden Kreuzungen für mehrere Minuten gesperrt.

Die Sicherheitszonen rund um den Tagungsort Messehallen hat die Polizei möglichst eng gezogen. Die Beeinträchtigungen für die Bewohner der benachbarten Stadtviertel sollen gering gehalten werden. Mehrere Straßen in dem Gebiet, darunter die viel befahrene Schröderstiftstraße, werden von Mittwochvormittag bis Freitagabend gesperrt. „Das wird auch wehtun“, sagte Zill mit Blick auf die Verkehrsbehinderungen. Zu den Kosten des Großeinsatzes wollte er nichts sagen. Als Ansprechpartner sollen 160 Beamte mit blauen Westen im Stadtgebiet unterwegs sein.

Polizei erwartet "friedlichen Verlauf"

Die Polizei erwartet keine militante Gegenbewegung aus der linken Szene. Es seien bislang fünf Demonstrationen mit jeweils 50 bis 200 Teilnehmern angemeldet. „Wir gehen von einem friedlichen Verlauf aus“, so Zill. Die terroristische Gefahrenlage sei dagegen unverändert hoch. „Wir sind umfänglich vorbereitet“, so Zill unter Hinweis auf 700 Spezialkräfte, die für die Sicherheit der Konferenz bereitstehen.

Am vergangenen Wochenende hatten mutmaßliche Linksradikale vor dem Südeingang der Messehallen mehrere Müllcontainer, Reifen und ein Motorrad in Brand gesetzt und die Glasfront beschädigt. Eine linksgerichtete Gruppe bekannte sich danach zu dem Anschlag. Die Polizei habe ihr Sicherheitskonzept nachjustiert, sagte Zill. Rund 50 Meter von dem Messeeingang entfernt beseitigte ein Gebäudereiniger am Donnerstagmorgen großflächige Farbkleckse von der Fensterfront der Halle. Polizeisprecher Jörg Schröder sagte dazu, es habe keinen neuen Anschlag gegeben. „Es ist etwas Altes.“

Von Bernhard Sprengel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie Frau
Marion N.-Neurode

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3